Logo & Link zu der Startseite

Damit Ihr Hoffnung habt

2. Ökumenischer Kirchentag

München 12.-16. Mai 2010

ÖKT befasst sich mit sexuellem Missbrauch

Das Thema wurde nachträglich in das Programm des 2. ÖKT aufgenommen: Der sexuelle Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen. Der Kirchentag lässt Vertreter der Betroffenen zu Wort kommen, Jugendliche erhalten Präventionstrainings und Therapeuten stehen mit Rat und Seelsorge bereit.

 

Diskussionen mit Opferorganisation

Die Programmverantwortlichen haben schnell reagiert und zwei Großveranstaltungen zusätzlich ins Programm aufgenommen. Die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Christine Bergmann, wird zu einem Podium am Donnerstagabend in der Messe (ICM, 18.00 - 19.30 Uhr) erwartet. Sie diskutiert unter anderen mit Ursula Enders von der Kölner Opferorganisation "Zartbitter" und der Berliner Traumatherapeutin Sabine Hufendiek. Zu einem weiteren Podium am Freitagvormittag in der Messe (Halle C1, 11.00 - 12.30 Uhr) kommt der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, der Trierer Bischof Stephan Ackermann. Mit dabei sind auch die bayerische Justizministerin Beate Merk (CSU) und der Rektor des Berliner Canisius-Kollegs, der Jesuit Klaus Mertes; er hatte die Aufdeckung der Missbrauchsfälle im Januar dieses Jahres ins Rollen gebracht.

Präventive Maßnahmen für Jugendliche

Geht es bei den Podien mehr um die gesellschaftspolitische Aufarbeitung des Themas, versuchen zwei zusätzliche Veranstaltungen im Jugend- und im Männerzentrum des Kirchentags verstärkt die Prävention in den Blick zu nehmen. Unter dem Titel "Dem sexuellen Missbrauch keine Chance" erhalten Jugendliche am Freitag in ihrem Zentrum (Olympiapark/ Zeltkirche, 13.00 - 14.00 Uhr) ganz praktische Tipps, wie sie in der Gruppenarbeit das Thema aufgreifen können. Experten geben Empfehlungen, wie Gruppenleiter reagieren können, wenn sie von sexuellem Missbrauch erfahren. So sollen sie sich keinesfalls selbst als Therapeut verstehen und schnell Fachleute einbeziehen.

Das Schweigen der Männer

Das Männerzentrum beschäftigt sich mit der Frage, warum Opfer lange Zeit nicht über den Missbrauch reden. "Das Schweigen der Männer - Sexuelle Missbrauchserfahrungen und ihre Folgen" ist die Veranstaltung am Freitag (Salesianum/Sieboldstr. 11, 16.00 - 17.30 Uhr) überschrieben. Auch hier versuchen Experten wie der Berliner Kinder- und Jugendtherapeut Hans Willner Antworten zu geben, die ein größeres Verständnis für die Opfer und einen besseren Umgang mit ihnen vermitteln sollen.

Beratung und Hilfe
Nicht zuletzt bietet der Kirchentag auch eine Plattform für individuelle Beratung und Hilfe. Seelsorgerisch und therapeutisch erfahrene Menschen stehen bereit, über Missbrauch und andere belastende Erfahrungen zu sprechen. Am Empfang in der Messehalle B2 kann man seinen Wunsch nach psychologischer Beratung oder einem geistlichen Gespräch bekunden. Ein vergleichbares Angebot gibt es in der sogenannten Agora in Halle 6.

Mein ÖKT