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Damit Ihr Hoffnung habt

2. Ökumenischer Kirchentag

München 12.-16. Mai 2010

300 000 Besucher beim "Abend der Begegnung"

Blaskapellen, Schweinsbraten und Reiberdatschi: Mit einem Altstadtfest und viel bayerischer Folklore sind die Besucher des Zweiten Ökumenischen Kirchentags am Mittwochabend auf das viertägige Christentreffen in München eingestimmt worden. Für den traditionellen „Abend der Begegnung“ war der gesamte Münchner Altstadtring gesperrt; nach Polizeiangaben kamen mehr als 300.000 Menschen in die Innenstadt.

Auf 14 Großbühnen traten Musikgruppen aus den sieben Regierungsbezirken Bayerns auf. An 195 Ständen gab es kulinarische Spezialitäten. Allerdings: Der Himmel über München zeigte sich nicht besonders bayerisch. Grau in Grau statt Weiß-Blau hing er über der Stadt. Immerhin blieb es weithin trocken.

Besucher können "Bayerische Berge" erklimmen

In der Fußgängerzone warteten die „Bayerischen Berge“ auf Gipfelstürmer: Dort konnten die Besucher drei sechs Meter hohe Gerüste besteigen, die mit Alpenpanoramen ummantelt wurden. Am Fuß der stählernen Zugspitze steht Alexandra Bahr. Die Pfadfinderin mit dem gelockten Haar hat mit Bergen nichts am Hut -  sie kommt aus dem niedersächsischen Osnabrück. Um vier Uhr morgens ist sie mit ihrer Gruppe gen München aufgebrochen, noch bis abends um elf wird sie stempeln. Denn für jeden erklommenen Berg bekommen die Besucher einen Stempel auf den Kirchentagsplan. Für drei gibt es einen Karabiner. „Die Berge stehen für die Herausforderungen im Leben. Und der Karabiner steht für den Glauben, der Halt und Sicherheit gibt“, sagt Bahr und lächelt.

Bayern stellt sich kulinarisch vor
Sehen und vor allem schmecken lassen können sich die üppigen Spezialitäten. Ob am Stand von den Frauen aus dem Chiemgauer Pfarrverband Halfing-Hösslwang-Söchtenau oder bei den Damen aus der Gemeinde von Schnaitsee – überall duftet es nach Schmalzgebackenem wie den berühmten Nudeln oder Zwetschgenbavesen. Wer es eher deftig will, der findet Steckerlfisch oder Brot mit Obatzter darauf. Eigentlich würde dazu ja am besten ein Bier passen. Aber nachdem Alkohol auf dem Kirchentag nicht ausgeschenkt werden darf, haben die Freisinger eine Alternative gefunden und bieten einen alkoholfreien Gerstensaft an.

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Kein Durchkommen am Marienplatz

Auf dem Marienplatz drängen sich Menschen dicht an dicht, es gibt kein Durchkommen mehr. "Wenn jemand hinfällt", murmelt eine Frau, "das ist verrückt." Sie hat sich ins oberste Stockwerk einer Buchhandlung geflüchtet und verfolgt die Kirchentagseröffnung vom Fenster aus. Tausende sind zum Marienplatz gekommen, lauter bunte Farbtupfer auf dem grauen Asphalt. Einer von ihnen ist Frank Lindenthal aus Verden in Niedersachsen, er fühlt sich wohl in der Menschenmenge. An seinem Rucksack hängen gleich mehrere bunte Tücher – von früheren Kirchentagen. Lindenthal ist ein Veteran, seit 1991 hat er keinen Kirchentag versäumt. Gemeinsam mit seiner Frau und seinen beiden Kindern campiert er in einer Turnhalle: "Die Kinder finden das super, das gehört einfach dazu."

Sorgensteine aus Unterfranken

Am Stand des CJT-Gymnasiums aus Lauf in Unterfranken gibt es Sorgensteine. „Wir haben Säckchen vorbereitet, in die jeder einen Stein mit einem Zettel reinschmeißen kann, auf den er eine Sorge geschrieben hat“, erklärt die 16-jährige Nadine Wehmer. „Ein anderer nimmt das Säckchen mit und kann dann an den anderen denken und für ihn beten.“ Die Schülerin ist gemeinsam mit dem Schulgottesdienstteam ihres Gymnasiums angereist und bleibt bis Sonntag. Seit ein Uhr mittags stehen die elf Jugendlichen auf dem Karl-Scharnagl-Ring und sind froh, noch nicht nass geworden zu sein.

Gute Nerven mit "Geduldsfäden"

Etwas Muße müssen die Besucher mitbringen, wenn sie sich über den Altstadtring so allmählich zum Marienplatz vorarbeiten. Damit ihnen die Ruhe auch beim Trubel in den nächsten Tagen nicht abhanden kommt, verteilen zwei Jungs vom Orden der Salesianer Don Bosco schon mal vorsorglich rote, essbare "Geduldsfäden": Einfach zwischen die Lippen klemmen, langsam einsaugen, die Augen schließen und "in aller Seelenruhe" genießen, lautet die Gebrauchsanweisung. Da kann doch nichts mehr schief gehen.

Ein Segenskreis aus Kerzen

Zum Abschluss des Auftaktfests wurde der Altstadtring mit 180 000 Kerzen illuminiert – ein symbolischer Segenskreis, der ja auch das Logo des Christentreffens ist. 600 Posaunenbläser stimmen dann auf mehreren Bühnen gleichzeitig eine eigens für den Ökumenischen Kirchentag komponierte Hymne an.

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