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Damit Ihr Hoffnung habt

2. Ökumenischer Kirchentag

München 12.-16. Mai 2010

Die Zentrale des ÖKT

Hier sitzen sie und tragen die ganze Verantwortung: die Orga-Leitung des Kirchentages

Klopapier, Gewitter, überfüllte Hallen: In der Organisationszentrale des 2. Ökumenischen Kirchentages werden alle wichtigen Fragen rund um den Ablauf der Großveranstaltung entschieden. Ein Blick in den geheimsten Ort der Messehallen.

 

Die Frau im Vorzimmer will niemanden hinein lassen. „Ist grad schwierig“, sagt sie, „die haben Stress da oben.“ Aber dann kommt doch der Orga-Leiter Peter Gärtner und zeigt den Weg in den 2. Stock, in die Einsatzsonderkraftwerksuperzentrale, die Organisationsleitung des ÖKT. Dahin „wo alle Fäden zusammen laufen“, wie Gärtner sagt - in den „Kopf des Kirchentages“.

Zwölf Leute sitzen im zweiten Stock am Eingang West der Messehallen und planen alles, wirklich alles, was organisatorisch wichtig ist auf dem Kirchentag. „Hier wird die letzte Verantwortung für alle Entscheidungen übernommen“, sagt Gärtner.

Deshalb sind zwei Vertreter aus der ÖKT-Geschäftsleitung dabei, ganz paritätisch ist einer evangelisch, einer katholisch. Eine Tür weiter sitzen Feuerwehr, Polizei und Malteser in ständiger Bereitschaft.

Peter Gärtner ist freiwillig hier - und „Libero“ des Organisationsteams

Peter Gärtner ist 40, der „Libero“ der Organisationsleitung. „Der verlängerte Arm“, sagt Gärtner. Im richtigen Leben ist er Verkaufsdirektor, Spirituosen. Auf dem Kirchentag arbeitet er ehrenamtlich, hat sich Urlaub genommen für diese Woche. „Ich komm aus der Pfadfinderei, ich bin mit Helfen groß geworden“, sagt er. Gärtner ist jedesmal dabei: „Seit 1987“, sagt er und grinst, der alte Hase.

Die Mitarbeiter im „Kopf des ÖKT“ sitzen um einen großen Tisch herum, telefonieren, arbeiten an Laptops, rufen durch den Raum. Ein bisschen sieht es aus wie in einem Sonderkommissariat der Kripo: Eine Wand ist das riesige Telefonbuch der Zentrale, rund 100 wichtige Handynummern hängen da: Bauleitung, Fahrdienst, Verkehr, Hallenleiter.

An der Wand gegenüber hängen Pläne, ein Stadtplan von München, auf dem alle Veranstaltungsorte des ÖKT mit bunten Stecknadeln markiert sind, ein Hallenplan der Messehallen. Unter dem Arbeitstisch knäult sich ein Kabelsalat, vor dem Fenster steht ein Flachbildschirm, der auf zwei Quadratmetern das aktuelle Wetter zeigt.

Gewitter im Blick

„Im Moment gibt es noch keine besonderen Störungen – aber natürlich haben wir die Wetterlage ständig im Blick“, sagt Gärtner. Abends soll es über München ein Gewitter geben – wenn das Wetter am Mittwochabend auch verrückt spielt, wenn 400.000 Menschen zum Eröffnungsgottesdienst auf der Theresienwiese erwartet werden, dann wäre das eine ziemliche Herausforderung für die Orga-Leitung.

Und wann kommen Sie mal ins Bett, Herr Gärtner? „Wir sind rund um die Uhr im Einsatz, es gibt keine geregelten Arbeitszeiten“, sagt er. Das Büro ist von sechs Uhr morgens an besetzt - solange, bis der letzte Kirchentagsteilnehmer am Abend in seinem Gastquartier gelandet ist.

15 Monate - und schon Orga-Leiter

Im Zimmer neben der Orga-Leitung steht der HL-Tisch. HL steht für Hallenleiter. Hallenleiter klären Fragen: Ist genug Toilettenpapier da? Werden irgendwo Schrauben gebraucht? Hier sitzen keine Herren in dunklen Anzügen – im Gegenteil: Es sind sechs junge Frauen, einige in Pfadfindertracht. Und der jüngste Mitarbeiter des Kirchentages. Er krabbelt zwischen den Tischen herum: Frederik Senft, 15 Monate alt und laut Kirchentagsausweis offizieller „Organisationsleiter“. Aber das ist eine andere Geschichte.

Monika Konigorski und Jana Petersen

Mein ÖKT