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Damit Ihr Hoffnung habt

2. Ökumenischer Kirchentag

München 12.-16. Mai 2010

Wunderbares Wiedersehen nach 40 Jahren

Paula Karanja
Nelly Mwengi

40 Jahre lang hatten die Freundinnen Paula Karanja und Nelly Mwengi aus Kenia sich nicht gesehen: Bis sie sich auf dem Ökumenischen Kirchentag wieder trafen. Durch einen Zufall - oder waren da doch höhere Mächte im Spiel?

Da standen die beiden, zwischen Bauernschrank und Sitzecke, im Münchener Stadtteil Neuperlach. „Ich kenne dein Gesicht!", sagt Paula. "Paula,  erkennst du mich nicht?“ hatte Nelly gesagt. Einen Augenblick hatte es gedauert, aus dem Mädchengesicht war das Antlitz einer reifen Frau geworden - aber dann hatte Paula verstanden: Da, vor ihr, im Wohnzimmer der Familie Bachsleitner, 6000 Kilometer entfernt von ihrer Heimat in Kenia, stand ihre Schulfreundin Nelly. 

40 Jahre hatten die Frauen sich nicht gesehen. Jetzt liegen sie sich in den Armen, erschöpft von der langen Reise, überglücklich, sich wieder zu haben. „Da hatt’ ich schon Tränen in den Augen, als ich verstanden habe, dass die beiden sich seit 40 Jahren nicht gesehen haben“, sagt die Herbergsmutter Heidi Bachsleitner, „das gab eine richtige Gänsehaut.“

Aus den Augen verloren

1970 hatten die beiden sich zum letzten Mal gesehen, da waren Paula Karanja und Nelly Mwengi zwölf Jahre alt gewesen. Dann hatten die Mädchen sich nach der Grundschule  aus den Augen verloren, waren ihrer Wege gegangen. Beide hatten geheiratet, eine Ausbildung gemacht, Kinder bekommen, gearbeitet. „Ich habe schon ab und zu an Nelly gedacht“, sagt Paula Karanja am Frühstückstisch der Bachsleitners. „Aber wie hätte ich sie finden sollen?“

Karanja ist 59 Jahre alt, ihr Gesicht verrät ihr Alter nicht, die schwarzen Haare trägt sie kurz. In ihrer Heimat Kiambu in der Nähe von Nairobi leitet sie ein Kinderheim, viele Aidswaisen leben dort. Nelly Mwengi ist 58, seit einigen Jahren ist die Lehrerin aus Thika pensioniert, die grauen langen Haare trägt sie streng nach hinten gekämmt.

Wiedersehen nach 40 Jahren

Nie wieder getrennt

„Es war nicht die Distanz, die uns getrennt hat“, sagt sie – gerade einmal eine halbe Autostunde wohnen die beiden Frauen voneinander entfernt. Es war der Mangel an Kommunikationsmitteln: ohne Handynummer, ohne Emailadresse hatten sie nie wieder Kontakt zueinander aufnehmen können. Paula Karanja und Nelly Mwengi waren sich einfach nicht mehr über den Weg gelaufen.

„Jetzt trennen wir uns nie mehr, versprochen?“ sagt Karanja. „Nein, bis zum Tod“, sagt Mwengi. Die Herbergsmutter ist gerührt: „Sie herzen und küssen sich die ganze Zeit.“  „Das war kein Zufall“, sagt Karanja, „es ist ein Wunder“. Die Frauen sind sich ganz sicher: „Gott hat uns wieder zusammen geführt.“

Denn es hätte auch alles ganz anders kommen können. Dass die beiden Freundinnen im selben Haushalt in München zu Gast sind, haben sie einem Fehler in der Bettenliste der Privatquartiere zu verdanken: Eigentlich hatten die Bachsleitners während des 2. Ökumenischen Kirchentages Kathryn aus Kenia erwartet, doch dann stand Nelly plötzlich vor der Tür. Ein Fehler mit wunderbaren Folgen. Nadine Ahr und Jana Petersen

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