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Damit Ihr Hoffnung habt

2. Ökumenischer Kirchentag

München 12.-16. Mai 2010

Familienministerin: „Mehr Verständnis für Soldaten und ihre Familien“

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder fordert bessere Betreuung von Soldaten-Familien.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hat mehr Verständnis und Empathie für Soldaten und ihre Familien gefordert.  „Diese Familien sind riesigen Belastungen ausgesetzt“, sagte Schröder am Donnerstag bei der Podiumsdiskussion „Soldatenfamilien und Einsatzbelastung“ beim 2. Ökumenischen Kirchentag in München.

Besonders Politiker müssten dazu beitragen, das Thema ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu tragen und Verständnis zu erzeugen. „Dieses Verständnis fordere ich auch von all den Menschen, die den Afghanistan-Einsatz ablehnen“, betonte Schröder.

Situation für Angehörige erleichtern 

Da von Soldaten ein hohes Maß an Mobilität und Flexibilität erwartet werde, lebten viele Soldatenfamilien getrennt. „Rund 80 Prozent der Partner ziehen nicht mit dem Soldaten um, wenn er versetzt wird“, sagte Schröder. „Die Mütter oder Väter, die zurückbleiben, sind in dieser Zeit quasi alleinerziehend“, sagte sie. Politik und Gesellschaft müssten dabei für Erleichterungen sorgen.  Als Beitrag dazu nannte sie den von 2013 an garantierten Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kindergartenstätte. Den Familien müsse jedoch auch der Wohnortwechsel bei einer Versetzung erleichtert werden. „Es kann nicht sein, dass beispielsweise der Wechsel von einer weiterführenden Schule zur anderen mit so großen Schwierigkeiten verbunden ist“, kritisierte Schröder.

Bessere Nachbetreuung von Soldaten und Familien

Der evangelische Militärpfarrer Wolfram Schmidt forderte von der Bundeswehr eine bessere Nachbetreuung von Soldaten und Familien, die einen Auslandseinsatz zu verarbeiten hätten. Besonders wenn Soldaten im Einsatz ums Leben kämen, sei eine umfassende Betreuung nötig. „Die Familie hört mit dem Tod des Soldaten nicht auf zu existieren“, sagte Schmidt.

Kinder mit ihren Ängsten auffangen

Auch die Familienministerin betonte, dass der Handlungsbedarf besonders bei der Behandlung und Prophylaxe von posttraumatischen Belastungsstörungen groß sei. „Hier muss Deutschland besser werden“, forderte Schröder. Bewegt zeigte sich die Ministerin von den Berichten betroffener Familien. „Vor allem Jugendliche haben keine Anlaufstelle für ihre Sorgen und Nöte, die entstehen, wenn der Vater im Einsatz ist“, sagte die Ehefrau eines Soldaten. Es müssten Netzwerke geschaffen werden, um die Kinder mit ihren Ängsten aufzufangen.

 

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