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Damit Ihr Hoffnung habt

2. Ökumenischer Kirchentag

München 12.-16. Mai 2010

Käßmann: Pille ist ein „Geschenk Gottes“

Margot Käßmann

Die frühere evangelische Landesbischöfin Margot Käßmann hat die Einführung der Anti-Baby-Pille vor 50 Jahren als „Geschenk Gottes“ bezeichnet. „Die Kirchen waren nicht begeistert. Etwas Anrüchiges hatte sie für viele. Wir können sie aber auch als Geschenk Gottes sehen“, sagte sie in ihrer Predigt in einem ökumenischen Frauengottesdienst am Donnerstagabend im Münchner Liebfrauendom.

„Es geht um Liebe ohne Angst und um verantwortliche Elternschaft“, sagte Käßmann laut Redemanuskript. Es gehe auch „um die Erhaltung von Leben, um Freiheit, die nicht gleich in Pornografie ausarten muss, so sehr die Sexualisierung unserer Gesellschaft natürlich ein Problem ist.“ Für viele Frauen bedeute eine Geburt eben keinen Segen, sondern Fluch. Sie verwies darauf, dass jedes Jahr 300.000 Frauen an den Folgen von Schwangerschaft oder Geburt stürben – 99 Prozent davon in den armen Ländern des Südens. Die meisten dieser Todesfälle seien jedoch vermeidbar. Außerdem wolle doch keine Frau weitere Kinder gebären, von denen sie wisse, dass sie sie nicht werde ernähren können.

Geburtenkontrolle und Kampf gegen Armut

„Wer solches Elend von Müttern und Kindern verhindern will, wer den Segens des Gebärens nicht zum Fluch werden lassen will, wird für Geburtenkontrolle, für einen offenen Zugang zu Verhütungsmitteln eintreten“, sagte die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland. Zugleich müssten Armut und medizinische Unterversorgung bekämpft werden. Käßmann mahnte die Kirchen, die Entscheidung für ein Leben ohne Kinder nicht immer gleich abzuwerten. Die Theologin sprach in ihrer Predigt von der „Hoffnungskraft, die von Frauen immer ausgegangen ist“. Als Beispiel nannte sie die alternative Nobelpreisträgerin Wangari Maathai ebenso wie die vielen Frauen, die ganz privat für sich und andere eintreten.

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