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Damit Ihr Hoffnung habt

2. Ökumenischer Kirchentag

München 12.-16. Mai 2010

Margot Käßmann ermutigt Frauen zur Macht

Die frühere Bischöfin Margot Käßmann hat Frauen zur Übernahme von Macht ermutigt. „Ich möchte jungen Frauen Mut machen, es zu wagen, in verantwortungsvolle Positionen zu gehen“, sagte die evangelische Theologin am Donnerstag in der vollbesetzten Kirche St. Johann Baptist, wo sie an einer Podiumsdiskussion zum Thema „Frauen und Macht – Ermächtigung – Frauen mit Macht“ teilnahm.


Schlaflose Nächte als Bischöfin

„Macht macht Angst“, räumte Käßmann ein und betonte, auch sie habe als Landesbischöfin schlaflose Nächte verbracht. „Aber man muss sich bewusst machen, dass der Mensch Fehler macht und immer wieder scheitern wird“, erklärte die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland. Niemand sei perfekt. Besonders Frauen seien jedoch in der Lage, gemeinsam nach Lösungen zu suchen, anstatt ihre Macht von oben nach unten durchzusetzen. Dabei seien Transparenz und Beteiligung wichtige Aspekte der Macht. „Es muss klar sein, welche Ziele ich mit der Macht, die ich habe, verfolge“, betonte Käßmann. Auf die Frage, ob Machtverlust Ohnmacht bedeute, erklärte sie, für sie bedeute „Machtverlust auch Freiheit“.

Sensibler Umgang miteinander

Zugleich betonte die Theologin, Frauen seien „keine besseren Menschen“. Auch bei ihnen gebe es Konkurrenzkämpfe und Uneinigkeit. Aus ihrer eigenen Zeit als Landesbischöfin könne sie jedoch sagen, dass Frauen sensibler mit diesem Thema umgingen. „Ich und meine Kolleginnen mussten uns nicht immer einig sein, aber wir haben uns nie gegeneinander ausspielen lassen“, sagte sie.

Rolle der Frauen in der Kirche

Käßmann betonte die Bedeutung des ökumenischen Kirchentags für Veränderungen innerhalb der Kirche. Der Kirchentag und andere Bewegungen von unten könnten dazu ermutigen, Entscheidungen gegen den Trend zu treffen. Für Veränderungen innerhalb der römisch-katholischen Kirche plädierte auch Daniela Engelhard, Seelsorgeamtsleiterin im Bistum Osnabrück. „Ein tiefgreifender Erneuerungsprozess der Kirche ist notwendig“, sagte sie. Dazu gehöre die vorbehaltlose Aufarbeitung von Missbrauchsfällen ebenso wie eine gerechtere Verteilung der Macht zwischen Männern und Frauen. „Das Diakonat der Frau steht an“, forderte sie. Frauen, die innerhalb der kirchlichen Strukturen tätig seien, könnten „auf allen Ebenen Agentinnen des Wandels sein“.

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