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Damit Ihr Hoffnung habt

2. Ökumenischer Kirchentag

München 12.-16. Mai 2010

Physiker glauben an Gott und den Urknall

Naturwissenschaften und Schöpfungsgeschichte können problemlos nebeneinander stehen. Das ist das Ergebnis des Podiums „Universum und Schöpfung – Zeichen der Hoffnung?“. Gerhard Börner, Direktor des Max-Planck-Instituts für Astrophysik, sagte, er könne vielleicht von seiner Arbeit zu religiösen Gedanken angeregt werden, aber die hätten nichts mit Physik zu tun. Eine klare Grenze also zwischen diesen Disziplinen. Auch der Astro-Physiker Harald Lesch und der Physiker Thomas Görnitz, teilten diese Sicht.

Börner begann mit einem Kurzreferat über die Theorie des Urknalls, nach der vor rund 14 Milliarden Jahren in einem heißen Urbrei – aus Elementarteilchen und Strahlen – alles seinen Anfang nahm. Auch die Entstehung von Raum und Zeit. Seit dem entwickelt sich der Kosmos, dehnt sich immer weiter aus, verändert sich. Fazit: Auch die Menschen sind im Zuge dieser Entwicklung entstanden und bestehen letztlich aus nichts anderem als Sternenstaub.

Was war vor dem Urknall?

Lesch schloss unmittelbar daran an, dass sich bei einer solchen Erklärung selbstverständlich Fragen stellen würden, nämlich: Was war vor dem Urknall? Und angesichts der Tatsache, dass das Universum immer größer wird: Wohin dehnt es sich aus? Zur Auffassung der Naturwissenschaftler, dass man alles erklären könne und alles nach bestimmten Prinzipien funktioniere, merkte er ironisch an: „Das beruht auf der Annahme, dass alles auf der Welt mit rechten Dingen zugeht.“

Das Wie und das Warum

Der Physiker Thomas Görnitz stellte klar: „Naturwissenschaftliche Forschung erklärt, wie etwas geschieht, aber sie können nicht erklären, warum etwas geschieht.“ Sein Vorschlag: Die Quantentheorie liefere die Erklärung, denn schließlich gelte hier, das Ganze ist mehr als die Summe seiner einzelnen Teile. Die Materie selbst generiere also möglicherweise das, was wir als das „Geistige“ betrachten. Abschließend stellte der Moderator allen drei Referenten die Gretchenfrage „Wie hältst Du es mit der Religion?“ Auch hier herrschte Einstimmigkeit: Alle drei sagten, dass sie an einen Gott glauben. Und alle drei gaben sich als evangelisch aus.

 

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