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Damit Ihr Hoffnung habt

2. Ökumenischer Kirchentag

München 12.-16. Mai 2010

Olympia um jeden Preis?

Christian Ude (links) und Hans-Jochen Vogel (Mitte) diskutieren beim ÖKT über Olympia in München. Foto: Lilith Becker

An Olympia teilzunehmen ist die größte Ehre für jeden Leistungssportler. Olympia auszurichten ist eine große Ehre für jede Stadt, für jedes Land. Aber Olympia kostet auch etwas. Wann kostet es zuviel? Podiumsdiskussion auf dem 2. ÖKT in München zum Thema: Olympia - um jeden Preis?

Olympia, das klingt absolut grandios, erstrebenswert, ein Freudenfest des Sports bei dem das Dabeisein wichtiger ist als das Siegen. Leistungssportler wollen an Olympia teilnehmen, Städte wollen Olympia ausrichten. Aber was, wenn es die Finanzen von Stadt und Land auszehrt, Olympia vorzubereiten? Wenn Wiesen, Felder und Naturgebiete plattgewalzt werden müssen, damit Wettkampfstätten und Unterkünfte gebaut werden können?

Politiker sagen Nein

Die Antwort der Politik lautete: Nein. Und auf der Bühne saßen zwei, die dieser Frage für ihre Stadt, für München, nachgegangen sind und noch nachgehen: Hans-Jochen Vogel und Christian Ude.

Hans-Jochen Vogel (84) war 1972 Oberbürgermeister von München - als die ersten Olympischen Spiele in der Bayernmetropole stattfanden. Die Geiselnahme und Ermordung israelischer Sportler überschattete das Sportfest.

Christian Ude ist derzeit Oberbürgermeister von München. 2018 wird er zwar nicht mehr im Amt sein, aber die zweiten Olympischen Spiele möchte er für seine Stadt noch gerne auf den Weg bringen.

Der eine bestätigt noch einmal, dass seine Entscheidung, die Spiele 1972 weiter laufen zu lassen, richtig war. Der andere bewirbt München 2018 mit einem Film, in dem sich Menschen aller Hautfarben und Sprachen auf Schnee, Alpen und vor allem lebenslange Freundschaften mit anderen Olympioniken freuen. 

Preis für München 2018 nicht zu hoch

„Der Preis für Olympia kann für mich aus drei Gründen zu hoch sein“, sagt Hans-Jochen Vogel. „Dann wenn der Sport in den Hintergrund tritt und die Spiele nur der staatlichen Machtpräsentation dienen.“ Den Preis einer beeinträchtigten Umwelt, würde Vogel auch nicht zahlen wollen.  Und schließlich dürfe der Sport nicht zu ökonomischen Zwecken missbraucht werden.

Aber, betont er: „Für München ist der Preis nicht zu hoch!“

Sie sind sich einig, der alte und der junge Oberbürgermeister: „Hier sind die Stätten schon, das ist wesentlich umweltfreundlicher, als woanders grüne Flächen betonieren zu müssen“, sagte Ude.

Es ist noch etwas Zeit, auch die Kritiker und Zweifler zu überzeugen, denn die Entscheidung fällt erst 2011. Zu einem Beitrag über "Sportpfarrer"

 

Monika Konigorski

Mein ÖKT