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Damit Ihr Hoffnung habt

2. Ökumenischer Kirchentag

München 12.-16. Mai 2010

Straßenkinder in Honduras: Viele landen im Gefängnis

Oscar Andrés Kardinal Rodríguez Maradiaga, Erzbischof aus Honduras

Vor zwei Wochen machte der Kinofilm „Sin Nombre“ auf das Thema aufmerksam, beim ÖKT haben es ein honduranischer Erzbischof und Vertreter der Kindernothilfe zur Sprache gebracht: Die elende Lage vieler Jugendlicher in Mittelamerika.

Wer zu einer kriminellen Jugendbande, einer "Mara", dazugehören will, muss brutale Rituale über sich ergehen lassen und wird mit einer Tätowierung „gebrandmarkt“. Trotz ihrer grausamen Gepflogenheiten haben die Banden in Mittelamerika regen Zulauf. „Die Maras schaffen einen Hort der Gemeinschaft für diejenigen, die sonst allein da stehen – also besonders für die Straßenkinder“, so beschreibt der honduranische Erzbischof Oscar Andrés Kardinal Rodríguez Maradiaga das Problem. Wie andere hohe Geistliche aus Lateinamerika nutzt auch er sämtliche Podien in Europa, um auf die Missstände in seinem Land aufmerksam zu machen.

Elmer Villeda, Direktor der Kindernothilfe Honduras

„Viele Jugendliche landen in schrecklichen Gefängnissen, in denen die Würde des Menschen mit Füßen getreten wird“, berichtet der Bischof. Dabei geraten immer mehr junge Menschen unter fragwürdigen Umständen in Haft. In Honduras hat die Regierung ein Anti-Mara-Gesetz erlassen. "Jetzt kann schon eine Versammlung von mehreren Jugendlichen oder eine Tätowierung ausreichen, um eingesperrt zu werden“, sagte Elmer Villeda, Direktor der dortigen Kindernothilfe.

Elmer Villeda von der Kindernothilfe über scheinheilige Politiker


Seiner Beobachtung nach ist das Gesetz nicht zuletzt ein Vorwand, um Straßenkinder aus dem Weg zu räumen. Der Staatsstreich in Honduras vom vergangenen Jahr habe den Stand der heimatlosen Kinder noch schwerer gemacht: „Ständig gab es Ausgangssperren, und die Kinder konnten sich nirgends mehr aufhalten. In dieser Zeit gab es besonders viel Andrang in den Häusern, die wir unterstützen.“

Elmer Villeda von der Kindernothilfe erzählt von der Rettung eines Straßenkindes


Am Rande der Veranstaltung kursiert ein Flugblatt, das die Rolle von Rodríguez Maradiaga während des Staatsstreichs kritisiert. Auf Nachfrage aus dem Publikum weist der Erzbischof diese Vorwürfe zurück. Regina Mennig

Mein ÖKT