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Damit Ihr Hoffnung habt

2. Ökumenischer Kirchentag

München 12.-16. Mai 2010

Zukunft der Landwirtschaft

Horst Seehofer für Zukunft auf dem Land

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat sich für den Erhalt der bestehenden Infrastruktur im ländlichen Raum ausgesprochen. Um die bäuerlichen Betriebe in Gebirgsregionen, die nur vergleichsweise geringe Flächen bewirtschaften, besser zu fördern, müssten allerdings die Subventionen für die Großbetriebe gekappt werden. Der Grünen-Europaabgeordnete Friedrich-Wilhelm Graefe zu Baringdorf forderte die Wirtschaftskraft der Dörfer zu stärken.

Seehofer erklärte beim Forum „Zukunft Land“, dass Großbetriebe derzeit 80 Prozent aller Subventionen kassierten. Politik lasse sich nicht auf ein Reagieren reduzieren, sondern könne eine Entwicklung durchaus steuern und anstoßen. Nur wenn es gelinge, die Wirtschaftskraft in den Dörfern zu stärken, könnten beispielsweise auch Kindertagesstätten, Schulen und die ärztliche Versorgung erhalten werden, unterstrich Friedrich-Wilhelm Graefe zu Baringdorf, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft und frühere Europaabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen. Das bedeute beispielsweise, dass Hausbesuche eines Landarztes besser honoriert werden müssten als in der Stadt. Entscheidend sei letztlich allerdings, dass die Bewohner selbst die Initiative ergreifen – etwa mit der Regionalvermarktung der Produkte - und sich nicht auf Vorgaben oder Rettungsversuche der Politik warten.

Kirchen als Symbol für die Zukunft eines Dorfes

„Bei uns bleibt die Kirche im Dorf“, betonte Bischof Martin Hein von der evangelischen Landeskirche Kurhessen-Waldeck. Gerade um bei starken Abwanderungstendenzen den Menschen zu zeigen, dass die Kirche sie nicht im Stich lasse, habe die Landessynode die Entscheidung für einen entsprechend hohen Bestand an Landpfarrstellen getroffen. Dazu gehöre auch die Erhaltung der Gotteshäuser: „Sie sollen schön sein und benutzt werden. Wo sie zerfallen, ist das ein Symbol für fehlende Zukunft.“

Perspektive trotz Höfe-Sterbens

Fragen wie „Welche Entwicklungschancen hat der ländliche Raum?“, „Haben Bauern nur mit Großbetrieben eine Überlebenschance?“, „Liegt die Zukunft womöglich im Tourismus und der Ausgleichs- und Erholungsfunktion für gestresste Städter?“ standen im Mittelpunkt des Forums „Zukunft Land“. Allein innerhalb eines Bundeslandes wie Bayern mit häufig noch kleinteiligen Strukturen stehen dem Höfe-Sterben auch hoffnungsvolle Ansätze gegenüber, berichteten eine Biobäuerin, ein Bürgermeister und eine Landpfarrerin.

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