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Damit Ihr Hoffnung habt

2. Ökumenischer Kirchentag

München 12.-16. Mai 2010

Hoffnung auf Stammzellforschung ohne Embryonen

Bundesbildungsministerin Annette Schavan sieht bald keine Grundlage für Debatte um Stammzellenforschung mehr. Foto: flickr.com

Eine neue Methode des Max-Planck-Instituts für Biomedizin Münster weckt Hoffnung für die Erforschung von Krankheiten wie Parkinson und Diabetes. Institutsdirektor Hans Schöler will menschliche Zellen künstlich so umprogrammieren, dass sie die Eigenschaften von Stammzellen annehmen. Stammzellen, aus denen sich verschiedene Zelltypen oder Gewebe entwickeln lassen, konnten bisher ausschließlich aus menschlichen Embryonen gewonnen werden.

Bei der Veranstaltung „Stammzellenforschung – damit wir Hoffnung haben?“ sagte  Eberhard Schockenhoff, katholischer Theologe und Mitglied des Deutschen Ethikrates, dass die Ökumene unter den Fragen gelitten habe, die die embryonale Stammzellenforschung seit ihren Anfängen begleiten. Auf katholischer Seite wird davon ausgegangen, dass ab dem Zeitpunkt der Befruchtung menschliches Leben existiert.

Evangelische Seite argumentiert anders

Auf der evangelischen Seite wird an diesem Punkt etwas anders argumentiert. „Ich als Theologe würde es mir nicht anmaßen über die Zellforschung zu urteilen“, sagte der evangelische Theologe Klaus Tanner, Mitglied der zentralen Ethikkommission für Stammzellenforschung. Ab wann man von Leben sprechen kann sollte Wissenschaftlern überlassen sein. Tanner denkt aber auch, dass die Grenzen bei der ganzen Diskussion gar nicht so scharf zwischen katholisch und evangelisch oder entlang der Parteilinien verlaufen.

Schavan rechnet nicht mit weiterer Debatte

Bundesforschungsministerin Annette Schavan sieht Schölers bisherige Ergebnisse als großen Erfolg. „Deutschland hat immer eines gewollt: Vorreiter auf der Suche nach Alternativen zur embryonalen Stammzellenforschung zu sein“, sagt sie. Sie geht davon aus, dass sich die Diskussion um den Einsatz embryonaler Stammzellen demnächst erübrigen wird. Schavan merkte an, dass die Veränderung des Stichtags im Stammzellenforschungs-Gesetz 2008 zu diesen Erfolgen beigetragen habe und rechnet nicht mit einer weiteren Debatte um eine erneute Stichtags-Regelung.

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