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Damit Ihr Hoffnung habt

2. Ökumenischer Kirchentag

München 12.-16. Mai 2010

Die Geschichte des ÖKT

Im Jahr 2003, in Berlin, war die Premiere: Zum ersten Mal luden der Deutsche Evangelische Kirchentag und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken zu einem Ökumenischen Kirchentag ein. Der ÖKT wollte zeigen: die Gemeinsamkeiten der christlichen Kirchen sind stärker sind als das Trennende.

Christentreffen mit Eklat

Unter dem Motto „Ihr sollt ein Segen sein“ kamen mehr als 200 000 Dauerteilnehmer in die Hauptstadt. Sie wollten Zeugnis von ihrem Glauben geben, zugleich aber gemeinsam ihre Verantwortung für Gesellschaft und Welt betonen. Ein Eklat überschattete das Christentreffen in Berlin. Ein katholischer Geistlicher lud in einer Messe am Rand des Kirchentags Protestanten zum gemeinsamen Abendmahl ein. Nach dieser nach katholischem Kirchenrecht illegalen gemeinsamen Abendmahlfeier wurde er von seinem Bischof gemaßregelt.


Baustelle der Ökumene

Beim zweiten großen Christentreffen im stärker katholisch geprägten München werden mehr als 120 000 Dauerteilnehmer erwartet. Die Veranstalter sprechen von einer „Baustelle der Ökumene“: Unter dem Leitwort „Damit ihr Hoffnung habt“ soll weitergearbeitet werden am Projekt Einheit. Dabei wird der Schwerpunkt nicht in erster Linie auf die großen Debatten der Ökumene, sondern auf die gemeinsame Weltverantwortung der Christen gelegt. „In einer Zeit von Umbrüchen und einer tiefgreifenden Vertrauenskrise“ möchte das Leitungsgremium des 2. ÖKT ein Signal der Ermutigung geben“, betonen die Veranstalter. „Aus gemeinsamer Verantwortung suchen wir nach Formen gemeinsamen Handelns.“


Kein gemeinsames Abendmahl

Ein gemeinsames Abendmahl soll es erneut nicht geben. Solche Feiern würden nach Ansicht des evangelisch-lutherischen bayerischen Landesbischofs Johannes Friedrich und des Münchener Erzbischofs Reinhard Marx der Ökumene schaden. Die Präsidenten des 2. ÖKT, Alois Glück und Eckhard Nagel, bitten die Besucher ausdrücklich, die „in den Kirchen gültigen Regeln zu achten und in Bezug auf Eucharistiefeier und Abendmahl in ökumenischer Sensibilität miteinander umzugehen“.


Ökumenisches Pfingsttreffen in den 1970ern

Schon in den späten 60er Jahren hatte eine engere ökumenische Kooperation von DEKT und ZdK begonnen. Damals kamen die beiden großen Laienbewegungen überein, 1971 in Augsburg ein ökumenisches Pfingsttreffen zu veranstalten. Allerdings endete diese Veranstaltung eher mit einer großen Ernüchterung über weitere Schritte in der ökumenischen Zusammenarbeit.


Evangelisch-katholischer Dialog angesichts der Säkularisierung

Die Initiative zum ersten von den beiden großen Laienbewegungen getragenen Ökumenischen Kirchentag ging 1996 dann von der katholischen Seite aus. Das ZdK schlug zunächst dem Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT) vor, den Katholikentag 2000 wegen des für das Millennium geplanten Heiligen Jahres ausfallen zu lassen und stattdessen gemeinsam einen Ökumenischen Kirchentag durchzuführen. Nach intensiver Beratung stimmte der DEKT der Idee zu und einigte sich mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken  (ZdK) auf das Jahr 2003. Auf den vorausgehenden Kirchen- und Katholikentagen gab es regelmäßige gemeinsame Veranstaltungen zur Vorbereitung des Großtreffens. 1997 beispielsweise bearbeitete ein evangelisch-katholischer Dialog auf dem Leipziger Kirchentag die Aufgaben der Christen und Kirchen angesichts einer fortschreitenden "Säkularisierung". 1998 fand eine wichtige gemeinsame Veranstaltung über das Abendmahl bzw. die Eucharistie auf dem Mainzer Katholikentag statt. Mittlerweile gehören ökumenische Veranstaltungen auch zu den wichtigen Elementen der evangelischen Kirchentage und der Katholikentage, die abwechselnd alle zwei Jahre durchgeführt werden.

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