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2. Ökumenischer Kirchentag

München 12.-16. Mai 2010

Erzbischof fordert Hilfe für Christen im Irak

Laut Erzbischof Basile Georges Casmoussa sind die Christen im Irak ständig Ziel von Mordanschlägen.

Der syrisch-katholische Erzbischof im irakischen Mossul, Basile Georges Casmoussa, hat die internationale Gemeinschaft zu einem stärkeren Engagement für die Christen in seinem Heimatland aufgerufen.

Die Welt müsse mehr Druck auf die irakische Regierung ausüben, um die nichtmuslimischen Minderheiten besser vor Terror zu schützen, forderte Casmoussa am Mittwoch vor Journalisten in München. Am Rande des Ökumenischen Kirchentags (ÖKT) bat er zudem um Hilfe zum Aufbau von Schulen und Kulturzentren sowie zur Schaffung von Arbeitsplätzen. Dies könne die Christen ermutigen, im Irak zu bleiben. Der Erzbischof bezifferte die Zahl der Christen in dem Land auf 700.000, rund 200.000 seien in den vergangenen Jahren ins Ausland geflüchtet. 

Erzbischof selbst schon in Gewalt von Entführern

Casmoussa erklärte, die Lage der Christen habe sich seit dem Einmarsch der US-Truppen und ihrer Verbündeten im Jahr 2003 stetig verschlechtert. Sie seien immer wieder Ziel von Mordanschlägen und Entführungen durch Terroristen, die die Christen aus dem Land vertreiben wollten. Der Erzbischof war 2005 selbst in der Gewalt von Kidnappern und hatte nach seinen eigenen Worten bereits „mit dem Leben abgeschlossen“. Nur durch das große Medieninteresse an seinem Fall und den Protest des Vatikan sei er damals wieder freigekommen, betonte der heute 71-Jährige. Zugleich erinnerte er an das Schicksal des chaldäischen Erzbischofs Paul Faraj Rahho, der seine Entführung 2008 nicht überlebt hatte. 

Diskriminierung auch durch derzeitige Regierung

Der Erzbischof unterstrich, dass die Christen auch durch die gegenwärtige irakische Regierung litten. So benachteiligten deren Gesetze die Minderheit etwa in der Frage des Religionsunterrichts an den Schulen und bei der Kindererziehung in christlich-islamischen Mischehen. Auch teile die Regierung selbst in den mehrheitlich christlichen Regionen des Nordirak Grundstücke bevorzugt Muslimen zu. All dies beinträchtige das Sicherheitsgefühl der irakischen Christen zusätzlich. Die meisten von ihnen seien bereits aus Bagdad, wo vor zehn Jahren noch 70 Prozent von ihnen gelebt hätten, in ihre Herkunftsregionen im nordirakischen Kurdistan zurückgekehrt. Casmoussa lobte in diesem Zusammenhang die Unterstützung des katholischen Hilfswerks missio unter anderem beim Aufbau eines Studienkollegs für christliche Priester und Laien. Solches Engagement sei auch zur Ermutigung der Minderheit sehr wichtig.

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