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Damit Ihr Hoffnung habt

2. Ökumenischer Kirchentag

München 12.-16. Mai 2010

Mediziner fordert sensiblen Umgang mit Diagnostik

Zu einem sensiblen Umgang mit dem Wissen aus genetischer Diagnostik hat der Münchner Medizinprofessor Wolfgang Hiddemann aufgerufen.

Einerseits könne es sehr wichtig sein, die Anlagen für Krankheiten frühzeitig zu erkennen, um wirksam helfen zu können, sagte Hiddemann auf dem Ökumenischen Kirchentag im Zentrum „Dialog mit den Wissenschaften“. Das gelte zum Beispiel für schwere Stoffwechselstörungen bei Kindern, die sich gezielt behandeln ließen. „Aber wenn ich etwa ein erhöhtes Brustkrebs-Risiko erkenne – was mache ich dann mit dieser Information?“, fragte der Mediziner und berichtete von Fällen, in denen Frauen allein wegen eines festgestellten Risikos beide Brüste abgenommen wurden.
Wissen sei nicht an sich gut oder schlecht: „Ich muss unbedingt im Vorfeld klären: Will ich etwas wissen – und was tue ich dann damit?“ Hier brauche die Medizin dringend den Austausch mit anderen Wissenschaften wie der Theologie.

Dialog zwischen Naturwissenschaft und Theologie gefordert

Auch andere Podiumsteilnehmer sprachen sich für einen intensiveren Dialog von Naturwissenschaft und Theologie aus. „Die Naturwissenschaft kann nur sagen, was machbar ist – wie wir damit umgehen sollen, können wir mit unseren Methoden nicht sagen“, betonte Patrick Cramer, Leiter des Genzentrums München. Nötig sei auch der Austausch mit den großen Gruppen der Gesellschaft, insbesondere den Kirchen, „um das, was möglich ist, zu  bewerten.“
Der geforderte Dialog sei allerdings derzeit nicht selbstverständlich, betonte der Jesuit Christian Kummer, Philosoph und Naturwissenschaftler: „Mein Eindruck ist, dass es eine zunehmende Berührungsangst insbesondere von kirchlichen Amtsträgern gegenüber der Naturwissenschaft gibt“, erklärte Kummer, der an der Hochschule der Jesuiten in München lehrt.

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