Logo & Link zu der Startseite

Damit Ihr Hoffnung habt

2. Ökumenischer Kirchentag

München 12.-16. Mai 2010

Warum die Hoffnung ein gutes Placebo ist

Beliebtes Fotomotiv junger Zuschauer: Eckart von Hirschhausen

Eckart von Hirschhausen erklärt den ÖKT-Besuchern bei der Bibelarbeit, was die Seele auf dem Zwerchfell macht und wie eine Sintflut heute aussieht.

Der Buchautor und Komiker Hirschhausen soll die Bibel auslegen, genauer: die Geschichte aus dem Buch Genesis, in der Gott mit Noah und dessen Söhnen einen Bund schließt. Hirschhausen steht in Jeans und Pulli auf der Bühne vor mehreren tausend Zuschauern in der komplett gefüllten Messehalle B3. Er erklärt den Zuhörern, wie er den Bund zwischen Gott und den Menschen versteht. Es ist dem Komiker durchaus ernst mit der Bibelarbeit. Zu Beginn sagt er, sein Vortrag habe fünf Teile. Augenzwinkernd fügt er an, die Leute sollten "wenigstens das Gefühl haben, dass es hier eine Struktur gibt."

Hirschhausen liest Bibelstelle

Hirschhausen findet Parallelen zwischen der Gott-Mensch-Beziehung und dem Leben der Christen untereinander. Der Bogen, der im Buch Genesis das Zeichen zwischen Gott und den Menschen ist, ist für ihn ein Regenbogen. Und den lässt er das Publikum gleich nachmachen: Jeweils zwei Personen stehen sich gegenüber, fassen sich an den Händen an und bilden einen Bogen. Dann gehen beide mit den Füßen zurück und lassen sich nach vorne fallen - so weit wie es ihr Vertrauen zum anderen zulässt. 

Klar, dass der ausgebildete Arzt auch immer wieder auf den Zusammenhang zwischen Medizin und Glaube zu sprechen kommt. Ein Placebo für den Patienten ist wie die Hoffnung für den Christen, vergleicht er. 

"Placebo ist gelebtes Christentum"

Das Interesse an Hirschhausens Bibelauslegung ist groß: Die ersten Besucher sind schon anderthalb Stunden vor dem Auftritt in der Halle. Während der gesamten Bibelarbeit laufen immer wieder vor allem junge Leute nach vorne, um Fotos von dem Komiker zu schießen. Hirschhausen kann sich einen Seitenhieb darauf nicht verkneifen: Die Sintflut - von der in der Bibelstelle die Rede ist - seien heute quasi die Spammails, "oder die Ansicht, mit Fotos den gesamten Wert dieser Veranstaltung erfasst zu haben".

Mit Humor - das ist Hirschhausens Kernaussage - lässt sich der Glauben besser ertragen, denn "die Seele hüpft auf dem Zwerchfell". Deshalb sollte man sich, das rät auch der Mediziner Hirschhausen, "mit Menschen umgeben, die einem guttun".

 

Von Christina Höwelhans

Mein ÖKT