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Damit Ihr Hoffnung habt

2. Ökumenischer Kirchentag

München 12.-16. Mai 2010

Zentrale Ökumenische Feier erinnert an Missbrauch

Am Odeonsplatz in Münchens Mitte ist die Ökumene am Himmelfahrtstag mit dem Holzhammer gestartet worden. Rhythmische Schläge auf die Toaca, das traditionelle Stundenholz in der orthodoxen Kirche, eröffneten am Donnerstagmorgen die zentrale Ökumenische Feier. In drei Prozessionen waren zuvor orthodoxe, katholische und evangelische Christen zum Odeonsplatz gezogen, nachdem sie Gottesdienste in ihren eigenen Liturgien abgehalten hatten.

Für Kirchentagsbesucher Rupert Zach ist dieser Gottesdienst einer der Höhepunkte des Christentreffens. Der Katholik aus Dingolfing, der mit seiner Familie gekommen ist, möchte sich ein Bild darüber machen, „wie weit die Ökumene ist“. Die evangelische Münchenerin Christel Scheifele hofft auf ein Zeichen für die Ökumene. „Katholische und Evangelische müssen mehr aufeinander zugehen“, sagt die Rentnerin inmitten von rund 10.000 Besucherinnen und Besuchern der Feier, die unter dem Titel „Hier berühren sich Himmel und Erde“ steht.

 

Impressionen vom Odeonsplatz

Vor allem lautstarke liturgische Gesänge versuchen, Himmel und Erde, sowie evangelische, katholische und orthodoxe Christen zusammenzubringen. Es entstehen bewegende Momente mit dem bayrischen evangelischen Landesbischof Johannes Friedrich, dem Münchener katholischen Erzbischof Reinhard Marx und dem orthodoxen Bischof Vasilius aus Stuttgart. Manchmal sagen eben Klänge mehr als Worte. Zumindest der Himmel zollt dem harmonischen Bemühen Respekt und stellt den zähen Nieselregen ein.

Der Schatten des Kirchentags liegt aber auch auf dieser bewegenden Feier. Dorothea Sattler, Direktorin des Ökumenischen Instituts in Münster, nimmt in ihrer Ansprache Bezug zu den jüngsten Missbrauchsskandalen und der„langen Schuldgeschichte der Kirche“. Ihrer Ansicht nach ist es gerade in Zeiten des Zweifels wichtig, sich Gott zu vergewissern. In der Person Jesu sei Gott den Menschen nahe gekommen. Sein Leben zeige, dass Gott gerade den „Zerschlagenen und Bedrückten“ beistehe. Doch es bleibt nicht nur beim Singen, Loben und Klagen.

Während der ökumenischen Feier wird auch ein „Schöpfungstag“ ausgerufen, den katholische, evangelische und orthodoxe Kirchen künftig im Herbst gemeinsam begehen sollen. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Christlichen Kirchen in Deutschland, der Braunschweiger evangelische Bischof Friedrich Weber, setzt sich für dieses praktische Zeichen der Ökumene ein. Der Schöpfungstag zeige die gemeinsame Sorge für die Erde. Angesichts der fortschreitenden Ausbeutung und Zerstörung des Globus sei dies nötig.

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