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Damit Ihr Hoffnung habt

2. Ökumenischer Kirchentag

München 12.-16. Mai 2010

EKD-Ratsvorsitzender Schneider lobt Kirchensteuersystem in Deutschland

Der amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Nikolaus Schneider. Foto:EKD

Der amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Nikolaus Schneider (Düssseldorf) hat das Kirchensteuersystem in der Bundesrepublik gelobt. Es sei fair, gut kalkulierbar und kostengünstig, sagte er am Donnerstagabend bei einer Podiumsdiskussion mit dem Thema „Wie viel Kirche braucht Deutschland“ auf dem Ökumenischen Kirchentag in München.

In den USA, wo es keine Kirchensteuer gibt, müssten die Kirchen ihre Budgetkalkulierung „auf Hoffnung“ vornehmen. „Achtet die Kirchensteuer nicht zu gering“, warnte Schneider. Solange es Menschen gäbe, die mit dem System einverstanden seien, „wären wir mit dem Klammerbeutel gepudert, es abzuschaffen.“ Aufgabe der Kirchen sei es vor allem, die Gesellschaft von der „Verökonomisierung“ des Lebens zu befreien und darauf zu achten, dass die Menschen nicht zu „Waren“ oder „Verbrauchsmaterial“ würden, fügte er hinzu.

Kirchen als kritischer Begleiter für die Gesellschaft 

Bundesinnenminister Thomas de Maizière rief die Kirchen dazu auf, für die Gesellschaft nicht nur Mahner zu sein, sondern ein kritischer Begleiter. Sie sollten sich mit konstruktiven Vorschlägen in die gesellschaftliche Diskussion mit einbringen und dazu beitragen, das „Primat der Politik“ wiederherzustellen. „Ohne die Kirchen wäre das gesellschaftliche Klima kälter, und es ist schon kalt genug“, betonte der CDU-Politiker. Die Kirchen seien ein Garant für das soziale Zusammenleben. „Bischöfe kommen und gehen, die Kirche bleibt, das Christentum erst recht“, hob de Maiziére hervor.

Kirchen fordern Kontrolle der Finanzmärkte

Der Rottenburger katholische Bischof Gebhard Fürst sagte zum gesellschaftlichen Engagement der Kirchen, dass diese bereits vor Jahren in ihrem gemeinsamen Sozialwort eine Kontrolle und eine Regulierung der internationalen Finanzmärkte gefordert hätten. „Damals hat jedoch niemand auf uns gehört“, beklagte Fürst.

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