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Damit Ihr Hoffnung habt

2. Ökumenischer Kirchentag

München 12.-16. Mai 2010

„Andere von der Wahrheit überzeugen zu wollen ist krank“

Der jüdische Publizist Günther Bernd Ginzel. Foto: Ginzel

Der jüdische Publizist Günther Bernd Ginzel hat es als „krank“ bezeichnet, andere Menschen von der eigenen Wahrheit überzeugen zu wollen. Bei der Veranstaltung „Wie wahr ist die Hoffnung der Anderen?“ sagte Ginzel am Donnerstagabend auf dem zweiten Ökumenischen Kirchentag in München, von einer Wahrhheit überzeugt zu sein, sei nicht das Problem.

 „Aber warum wollt ihr Andere damit beglücken?“, fragte Ginzel. Wer von anderen erwarte, die eigene Wahrheit zu teilen, der leide oft unter Minderwertigkeitskomplexen, wenn die Erwartung enttäuscht werde. Aus diesen Komplexen entstehe Gewalt gegen Andersgläubige. Wie gefährlich das werden könne, zeige die Verfolgung der Juden durch  Christen.

Konflikte bis hin zum dritten Weltkrieg drohen

Die jüdische Theologin Susannah Henschel forderte eindringlich, allen Fundamentalisten Einhalt zu gebieten, ganz gleich welcher Religion sie angehören. Aus der Frage „Wer hat den wahren Gott?“ drohten viele Konflikte zu entstehen, bis hin zu einem möglichen dritten Weltkrieg.

Magnus Striet nennt Kriterium für persönlichen Glauben

Der katholische Theologe Magnus Striet betonte, die Frage, ob es einen oder viele Götter gebe, ob Gott personal oder das alles umfassende Eine sei, lasse sich vor dem Tod nicht entscheiden. Kriterium für den persönlichen Glauben sei die Vorstellung, was man für sich und Andere nach dem Tod erhoffe. „Will ich im Nichts aufgehen, oder will ich einen Gott, der die Tränen abwischt?“ Diese Entscheidung sei existenziell wichtig, weil sie sich darin niederschlage, wie der Mensch sein Leben verstehe und gestalte.   

 

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