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Damit Ihr Hoffnung habt

2. Ökumenischer Kirchentag

München 12.-16. Mai 2010

Klare Absage an Fundamentalismus in den Religionen

Hans Küng, Foto:DEKT

Vertreter von Christentum und Judentum haben dem religiösen Fundamentalismus eine klare Absage erteilt. Der Tübinger katholische Theologe Hans Küng kritisierte am Freitag bei der Podiumsveranstaltung den zunehmenden Fundamentalismus in der katholischen Kirche, der sich als „Absolutismus“ in den Hierarchien äußere. Der Potsdamer Rabbiner Walter Homolka warnte vor fundamentalistischen Tendenzen im Judentum.

Küng sagte, er sei zwar bereit, die Autorität des Papstes anzuerkennen. Wenn dessen Entscheidungen aber der Bibel zuwider liefen, werde er „dem Evangelium folgen und nicht dem Herrn Papst“. Gleichzeitig warb Küng für einen stärkeren Dialog zwischen den Religionen. Dazu gebe es keine Alternative. Christen sollten dabei ihr zentrales Fundament, den „Glauben an Gott und den, den er gesandt hat“ aber nicht verleugnen.

Fundamentalismus im Judentum

Der Potsdamer Rabbiner Walter Homolka warnte vor fundamentalistischen Tendenzen im Judentum. Als Beispiel nannte er die Forcierung der israelischen Siedlungspolitik, die auch das Resultat des fundamentalistischen Glaubens streng orthodoxer Juden sei. Homolka bezeichnete dagegen die Nächstenliebe als das eigentliche Fundament des jüdischen Glaubens. Die Ethik und das praktische Handeln in der Welt seien dem Rabbiner zufolge die Zentren des Judentums.

Evangelische Hardliner

Der evangelische Tübinger Theologe Christoph Schwöbel bezeichnete den Fundamentalismus als „evangelische Erfindung“ im beginnenden 20. Jahrhundert. Gläubige hätten damit auf die Verunsicherung durch die Erkenntnisse der modernen Bibelwissenschaften reagiert. Der Fundamentalismus ginge jedoch von der falschen Grundannahme aus, dass die Schrift alle Wahrheit enthalte. Sie sei lediglich ein menschliches Zeugnis des Willen Gottes und nicht die Offenbarung selbst.

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