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Damit Ihr Hoffnung habt

2. Ökumenischer Kirchentag

München 12.-16. Mai 2010

Kirchen erwägen eine neues Sozialwort

Erzbischof Zollitsch und Präses Schneider beim Eröffnungsgottesdienst

Die beiden großen Kirchen erwägen ein neues gemeinsames Wort zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland. Auf einem ÖKT-Podium unter dem Titel „Worum im Glauben streiten?“ bezeichnete es der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Nikolaus Schneider, als seinen Wunsch, eine solche Stellungnahme zu den neuen Herausforderungen zu erreichen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, kündigte an, er wolle mit Schneider darüber ins Gespräch kommen.

„Wer gut zusammenarbeitet, findet auch immer mehr in den Herzen und Überzeugungen zusammen“, betonte Zollitsch. Er sicherte Schneider zu, mit Blick auf eine Zulassung des nichtkatholischen Ehepartners in konfessionsverbindenden Ehen zur Eucharistie „weiterzubohren und nicht nachzulassen“. Schneider hatte dies als eine Frage bezeichnet, „die auf der Seele brennt“. Es sei nicht nachvollziehbar, dass solche Ehepaare „nicht gemeinsam an den Tisch des Herrn treten dürfen“. Die Kirchen seien in der Pflicht, dies theologisch und seelsorglich zu ermöglichen. Es könnte dann auch ein erster Schritt zu einer allgemeinen Abendmahlsgemeinschaft der christlichen Konfessionen sein.

Diskussionen um das Amt auch bei den Protestanten

In diesem Zusammenhang hob der Präses hervor, dass es auch unter den EKD-Mitgliedskirchen unterschiedliche Auffassungen über das kirchliche Amt und das Abendmahl gebe. In Gespräch darüber habe sich aber die Frage als weiterführend erwiesen, ob solche Differenzen wirklich kirchentrennend seien oder nicht. Zollitsch äußerte Verständnis dafür, dass viele Christen wegen ausbleibender weiterer Schritte ungeduldig seien. „Ich bin es manchmal auch“, sagte er. Er rief dazu auf, eine solche Ungeduld ihm gegenüber auch zur Sprache zu bringen. „Ich sehe es als Ansporn, der mir den Rücken stärkt“, sagte der Freiburger Erzbischof.

Leidenschaft für die Ökumene

Der Generalsekretär des Weltkirchenrates, Olav Fykse Tveit, würdigte die Leidenschaft für die Ökumene, die er in Deutschland antreffe. „Diese Hoffnung teile ich“, betonte er. Die Direktorin des Ökumenischen Instituts der Universität Münster, Dorothea Sattler, plädierte für ein ökumenisches Gespräch auf Augenhöhe, „bei dem nicht die einen die Guten und die anderen die Bösen sind“. In einem verlesenen Impulswort hatte der Publizist Klaus Harpprecht zuvor unter dem Applaus des Publikums von der katholischen Kirche eine Abschaffung des Zölibats, die Zulassung von Frauen zum Priesteramt und die volle Anerkennung der anderen christlichen Konfessionen als Kirchen gefordert.

Bereits 1997 veröffentlichten die Kirchen ein rund 90-seitiges Sozialwort, das in der Gesellschaft breite Zustimmung fand.

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