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Damit Ihr Hoffnung habt

2. Ökumenischer Kirchentag

München 12.-16. Mai 2010

Imam: Mischehe-Verbot überdenken

Dass es Muslima verboten ist, christliche oder jüdische Männer zu heiraten, müsse für die westliche Welt neu überdacht und theologisch diskutiert werden. Das sagte Imam und Islamwissenschaftler Abdelmalik Hibaoui bei der Veranstaltung „Sie trauen sich - Christlich-muslimische Ehen und Familien“.

Gerade für die westliche Welt sei eine neue theologische Diskussion über diese Regelung notwendig, sagte Hibaoui. Es stehe nicht ausdrücklich im Koran, dass Muslimas keine nichtmuslimischen Männer heiraten dürfen. Die Diskussion um dieses Thema macht nach Ansicht von Hibaoui deutlich, wie wichtig es sei, dass muslimische Theologen in Deutschland und anderen westlichen Gesellschaften ausgebildet werden. So könnten sie mit dem Hintergrund der Gesellschaften, in denen sie leben, solche Fragen theologisch diskutieren.

Muslimische Männer dürfen gemischt heiraten

Den Männern muslimischen Glaubens ist es erlaubt, christliche oder jüdische Frauen zu heiraten. Imam Hibaoui erklärte diesen Unterschied mit dem muslimischen Verständnis der Männerrolle: Der Mann entscheide als Familienverantwortlicher darüber, ob Frauen ihre Religion ausüben oder nicht. Muslimische Männer müssten nach den Regeln des Islam die Religion der Frau akzeptieren. Man habe aber Sorge, dass Juden oder Christen dies nicht tun: Der Islam „glaube“ an die jüdische und christliche Überlieferung und akzeptiere ihre Hauptpersonen als Propheten. Dagegen spielt Mohammed im jüdischen und christlichen Glauben keine Rolle. Dass die Kinder nach islamischen Regeln die Religion des Vaters annehmen müssen, so räumt Hibaoui auf Nachfrage ein, könne auch ein Grund für die Regelung sein, dass es nur den Männern muslimischen Glaubens erlaubt sei, Mischehen einzugehen. Schließlich wolle jede Religion sich ausbreiten.

Mein ÖKT