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Damit Ihr Hoffnung habt

2. Ökumenischer Kirchentag

München 12.-16. Mai 2010

Mit Leichter Sprache in den Ökumenischen Kirchentag

Trotz kühler Temperaturen ist der Marienplatz beim Eröffnungsgottesdienst voll

Der etwas andere Einstieg in den ÖKT: auf dem Marienplatz feiern 15 000 Menschen einen Gottesdienst in Leichter Sprache. Mit Liedern und Gebeten, die jeder verstehen kann, stimmen die Veranstalter die Besucher auf die nächsten Tage ein.

Der Himmel ist bewölkt, aber es regnet nicht. Der Marienplatz füllt sich mit Menschen, die auf den Eröffnungsgottesdienst warten. Direkt vor der Bühne ist eine Fläche abgesperrt, in der Rollstuhlfahrer und gehbehinderte Menschen Platz finden. 

Der Gottesdienst ist kein gewöhnlicher Gottesdienst: Die Sprache und die Auswahl der Lieder sind etwas Besonderes. Leichte Sprache ist keine Fremdsprache, sondern einfaches Deutsch. Frei von komplizierten Sätzen und Fremdwörtern soll jeder die Predigt verstehen können. "Das ist ein bisschen wie Bilderbuchsprache, bei der man versucht, in kurzen Sätzen zu formulieren", erklärt Theologe Günter Ruddat, der auch die Predigt hält. Für Gehörlose wird der gesamte Gottesdienst in Gebärdensprache übersetzt.

Was ist eigentlich leichte Sprache? Schwester Aurelia Spendel erklärt's:

Eine Dolmetscherin übersetzt in Gebärdensprache

"Damit ihr Hoffnung habt" ist das Motto des Ökumenischen Kirchentages (ÖKT). Dieses Thema zieht sich als roter Faden durch den Eröffnungsgottesdienst - "in Wort und Bild, in Klang und Bewegung", wie Schwester Aurelia Spendel in ihrer Begrüßung formuliert. Die Augsburger Dominikanerin führt gemeinsam mit dem griechisch-orthodoxen Erzpriester Apostolos Malamoussis durch die Liturgie.

Auf bunten Luftballons, die der Kinderchor der Münchner Christuskirche auf die Bühne trägt, stehen unter anderem die Begriffe "Frieden, Nächstenliebe und Versöhnung". So soll den Gottesdienstbesuchern das Motto des Ökumenischen Kirchentages vor Augen geführt werden. Günter Ruddat, evangelischer Theologe aus Bochum, wünscht den Kirchentagsbesuchern in seiner Predigt, dass sie in München erfahren, was Hoffnung bedeutet. Dazu erzählt er die Geschichte eines kleinen Mädchens, das versucht, übers Wasser zu gehen - wie auf den ÖKT-Plakaten. Obwohl es unmöglich erscheint, gibt das Mädchen die Hoffnung nicht auf.

So klingt eine Predigt in leichter Sprache:
Günter Ruddat im Gottesdienst auf dem Marienplatz

Singen, Beten, Segnen: Lieder und Texte beim Eröffnungsgottesdienst sollten für alle verständlich sein

Als Zeichen der Hoffnung erteilen sich die Gläubigen den Segen. Sie singen die Lieder mit und einige beginnen zu klatschen. Als Höhepunkt des Gottesdienstes eröffnen der Katholik Christoph Braß und die Protestantin Katrin Göring-Eckardt den ÖKT. Schließlich brechen die Besucher zum "Abend der Begegnung" auf. Die Botschaft ist angekommen - bei allen. Auch dank der Leichten Sprache.

Christina Höwelhans und Julia Jendrsczok

Mein ÖKT