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Damit Ihr Hoffnung habt

2. Ökumenischer Kirchentag

München 12.-16. Mai 2010

Über 80 000 Menschen bei Eröffnungsgottesdiensten

Mit stadtweitem Glockengeläut, Fanfarenklängen und drei Gottesdiensten unter freiem Himmel ist am Mittwochabend der 2. Ökumenische Kirchentag (ÖKT) in München eröffnet worden. Dazu kamen nach Angaben der Veranstalter mehr als 80 000 Menschen in die Innenstadt der bayerischen Landeshauptstadt. 

Beim zentralen Eröffnungsgottesdienst auf der Theresienwiese appellierte Bayerns evangelischer Landesbischof Johannes Friedrich an die Christen, auch angesichts der vielen Probleme in aller Welt nicht ihren Mut zu verlieren. Die Hoffnung der Christen speise sich aus dem Glauben an die Auferstehung. Der katholische Münchner Erzbischof Reinhard Marx rief die Teilnehmer dazu auf, sich in der Gesellschaft einzumischen.

Ausgelassene Stimmung trotz dunkler Wolken

Auch Bundespräsident Horst Köhler und Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) legten sich den orangenen Kirchentagsschal um und feierten gemeinsam den ökumenischen Gottesdienst mit. Es herrschte eine ausgelassene Stimmung, trotz der dunklen Wolken, die sich über München zusammenzogen.

Marx geht auf Missbrauchsdebatte ein

Marx ging auch auf die aktuelle Missbrauchsdebatte in der katholischen Kirche ein. Die Kirchen seien Träger der christlichen Hoffnung. „Deshalb wiegt es umso schwerer, dass Amtsträger der Kirche die Hoffnung von Menschen enttäuscht haben“, sagte er. Bei den Fürbitten sprach der katholische Kirchentags-Präsident Alois Glück das Thema noch einmal an. „Wir beten für die Opfer von Missbrauch und Gewalt“, sagte er. Eine entsprechende Fürbitte wurde auch bei den beiden anderen Gottesdiensten verlesen.

Audioslideshow: Eröffnungsgottesdienst Theresienwiese

Grußwort von Papst Benedikt XVI.

Papst Benedikt XVI. verurteilte in einem Grußwort erneut die Fälle sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche. Zugleich rief er die Christen dazu auf, sich weiter für Glauben und Kirche zu engagieren. „In den vergangenen Monaten sind wir mit immer neuen Meldungen konfrontiert worden, die uns die Freude an der Kirche nehmen möchten, sie als Ort der Hoffnung verdunkeln“, schreibt der Papst und fragt, ob die Kirche eigentlich noch ein Ort der Hoffnung sei. Unter Bezug auf das Evangelium vom Unkraut im Weizenfeld räumt Benedikt XVI. zugleich ein, dass es „Unkraut gerade auch mitten in der Kirche“ und unter denen gebe, die „der Herr in besonderer Weise in seinen Dienst genommen hat“. Zugleich betont der Papst aber, dass „das Licht Gottes nicht untergegangen“ und der „gute Weizen nicht erstickt“ worden sei. Die Kirche bleibe der Ort der Hoffnung, weil sie Gottes Wort zu den Menschen bringe und den Weg des Glaubens zeige.

Hoffnung auf neuen Aufbruch der Kirchen in Deutschland 

Köhler sagte in seinem Grußwort, er erhoffe sich vom Kirchentag einen neuen Aufbruch der Kirchen in Deutschland. Die Kirche stecke in einer schweren Krise, sagte Köhler bei der Eröffnung des Kirchentags. Durch Führungsversagen, Missbrauch und Misshandlung hätten sich "viele dunkle Wolken" zusammengezogen. „Viele Gläubige schämen sich, viel Vertrauen ist verloren gegangen.“

Bildergalerie: Eröffnungsgottesdienst

Kraft zur Erneuerung

Das Staatsoberhaupt riet der Kirche, jetzt auf Aufklärung und Zuwendung zu den Opfern zu setzen. Auch der Blick nach vorn, der Wille zur Selbsterforschung und zur Umkehr seien notwendig. Deswegen komme das Christentreffen zum rechten Zeitpunkt. Der Kirchentag könne Kraft zur Erneuerung bieten. "Nur so werden Glaubwürdigkeit und Vertrauen wiedergewonnen", betonte Köhler.

Fortschritte in Beziehungen zwischen den Kirchen sind möglich

Die Veranstalter erhoffen sich von dem bundesweiten Christentreffen deutliche Signale für Kirche und Gesellschaft. Zugleich schlossen die beiden Bischöfe Johannes Friedrich und Reinhard Marx eine schnelle Einigung in der Frage des gemeinsamen Abendmahls abermals aus. Dennoch seien Fortschritte in den Beziehungen zwischen den Kirchen möglich. Das habe die Vorbereitung auf den Kirchentag gezeigt.

Eröffnungsgottesdienst am Odeonsplatz

Mein ÖKT