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Damit Ihr Hoffnung habt

2. Ökumenischer Kirchentag

München 12.-16. Mai 2010

Christen sollen vom Glauben reden

Katrin Göring-Eckardt
Katrin Göring-Eckardt

Zum öffentlichen Reden über den Glauben, zu Auseinandersetzungen und zum Streit um Überzeugungen haben Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt und der Münchener Soziologe Armin Nassehi aufgerufen. Nach Göring-Eckardts Worten braucht die Gesellschaft „wahrnehmbare Stimmen des Glaubens“ sowie mehr Menschen, „die zu ihrem Wagnis des Glaubens stehen“.

Nassehi verwies auf Studien in der Krankenhausseelsorge und auf Palliativstationen. Da geschehe Kommunikation oft ohne ausgesprochen religiöse Inhalte, werde aber von Patienten als religiös wahrgenommen, weil Authentizität erlebt und Unbestimmtheit ausgehalten wird. Auch habe er festgestellt, dass Menschen ohne religiösen Hintergrund doch religiös dialogfähig seien.

Glauben entschleunigt das Leben

Für Göring-Eckardt ist der Glaube „keine Teilzeitaktivität“, keine bloße Flucht aus dem Alltagsstress, sondern etwas, „das uns als ganze Person ergreift“. Er gebe Kraft und Ruhe zum Nachdenken, die Ausdauer, Alternativen zu entwickeln und abzuwägen, weil er das Leben entschleunige, sagte sie. Und er entlaste von „Sofortismus“, er entzerre den hektischen Alltag und schaffe so einen Raum für tiefere und langfristigere Fragen.

Wohlfühlen statt Wellness-Wahn

Skeptisch äußerte sich die Bündnisgrüne zu einer „Religion á la Marke Eigenbau“, bei der sich jeder seinen eigenen Glauben zusammenbastelt und bei dem das, was einem nicht passt, passend gemacht werde – eine Religion ohne Wagnis und Widerstand. Im Gegensatz zum verbreiteten Wellness-Wahn sei Wohlfühlen im Glauben „ein tiefes Ausatmen der Seele, ein Ankommen bei sich selbst“.

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