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Damit Ihr Hoffnung habt

2. Ökumenischer Kirchentag

München 12.-16. Mai 2010

130 000 Besucher beim 2. ÖKT

Der Kirchentag ist noch nicht vorbei

Als wichtigen Impuls für die Ökumene haben die Präsidenten des 2. Ökumenischen Kirchentags das Christentreffen in ihrer Bilanzpressekonferenz am Samstag bezeichnet.

„Wir haben gehofft, die Ökumene bekommt ein neues Gesicht, und der Ökumenische Kirchentag hat ihr eines gegeben“, sagte Eckhard Nagel, der evangelische Präsident. „Vom Ökumenischen Kirchentag wird ein zusätzlicher Schub für die Ökumene ausgehen“, sagte sein katholischer Kollege Alois Glück.

Missbrauchsdebatte keine Bedrohung

Glück betonte, der Kirchentag sei zu einem „großartigen Ereignis“ geworden – trotz widriger Umstände. Nicht nur das kalte und teils regnerische Wetter forderte den Besuchern einiges ab, auch die Missbrauchsdebatte in der katholischen Kirche im Vorfeld sei belastend gewesen. Die Befürchtung, dass die Missbrauchsfälle durch katholische Pfarrer den ÖKT überschatteten, habe sich jedoch nicht bewahrheitet.

„Die Missbrauchsdebatte war gegenwärtig, aber sie hat den ÖKT nicht dominiert“, sagte Glück. Nagel nannte die orthodoxe Vesper, bei der am Freitagabend mehr als 20 000 Menschen auf dem Münchner Odeonsplatz eine riesige Tischgemeinschaft gebildet hatten, ein einschneidendes Ereignis: „Damit haben wir Geschichte geschrieben.“

Kein Kirchentag der Euphorie

„Es gibt für mich keine Alternative zur Ökumene“, betonte auch der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Die Ökumene sei weder tot, noch stecke sie in einer Eiszeit, widersprach er den Beobachtungen vieler Kommentatoren. Er fahre mit einem Gefühl der Stärkung zurück nach Freiburg. „Es war kein Kirchentag der Euphorie und der Überheblichkeit, sondern der Freude und der Nachdenklichkeit“, sagte Zollitsch.

Einen Erfolg bescheinigte auch Nikolaus Schneider, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche (EKD), dem Ökumenischen Kirchentag. Er betonte aber auch, dass die Bemühungen um die Einheit weitergehen müssten. Die orthodoxe Vesper nannte er eine Vorspeise, „die die Sehnsucht nach dem Hauptgericht noch wachsen lässt“. Zollitsch warnte vor allzu großen Erwartungen, er verstehe aber die Sehnsucht und die Ungeduld der Menschen nach der Einheit.

Drei Nullen hinter jeder Zahl

Mehr als 130 000 Dauerteilnehmer verzeichnen die Organisatoren des Ökumenischen Kirchentags. Dazu kamen etwa 11 000 Gäste pro Tag. Als Stars des Kirchentags, gemessen an der Besucherzahl, zeigten sich die frühere EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Um die 6 000 Zuhörer konnten beide verbuchen, ebenso viele nahmen am Freitag an der Taize-Nacht der Lichter teil.

Die Bibelarbeiten besuchten jeweils mehr als 23 500 Menschen. Die Großkonzerte auf der Theresienwiese zogen ebenfalls mehrere zehntausend Besucher an – trotz des schlechten Wetters.Zwischenfälle meldeten die Organisatoren nicht. Der Ökumenische Kirchentag sei friedlich abgelaufen und auch der Transport der Zehntausende durch die Stadt habe funktioniert.

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