Logo & Link zu der Startseite

Damit Ihr Hoffnung habt

2. Ökumenischer Kirchentag

München 12.-16. Mai 2010

Fortschritte beim christlich-muslimischen Dialog

Leben den christlich-muslimischen Dialog: Das Freiburger Ehepaar Martina und Azzam Zeitoun

Der christlich-muslimische Dialog ist in den vergangenen Jahren ein gutes Stück vorangekommen. Darüber waren sich die Teilnehmer des Podiums „Christlich-muslimischer Dialog: wozu – wohin?“ am Samstag auf dem Ökumenischen Kirchentag einig.

Der bayerische evangelische Landesbischof Johannes Friedrich forderte mehr Solidarität von Christen mit den Muslimen: Sogenannte „Islamkritiker“ rückten sie in die Nähe einer faschistischen Ideologie und bauten ein Bedrohungsszenario auf. Hier müsse den Anfängen gewehrt werden. Außerdem führe der Dialog mit dem Islam zu tieferen Einsichten des eigenen Glaubens.

Die katholische Kirche habe gelernt, dass sich Wahrheit nicht mit Zwang verträgt und dass den anderen Religionen mit Respekt und Demut zu begegnen sei, sagte der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke. Ihm sei der Dialog „ein Herzensanliegen“, dazu gebe es keine Alternative, betonte er. Der Weihbischof ermutigte zum „multireligiösen Gebet“ und sprach sich für die Einführung des muslimischen Religionsunterrichtes in Deutschland aus.

Mazyek: Durchwachsenes Resümee

Für den Generalsekretär des Zentralrates der Muslime, Aiman A. Mazyek, fällt das Resümee des langjährigen Bemühens um den Dialog „in vieler Hinsicht durchwachsen“ aus. Er kritisierte, dass der Islam staatlicherseits als Randthema eingeordnet werde, in die Abteilung Ausländerpolitik oder Integration. „Wir sind aber ein Teil dieses Landes“, betonte er.

Mazyek forderte eine Anerkennung der islamischen Verbände als Religionsgemeinschaft. Die Tür zur Teilnahme an der vom Bundesinnenministerium organisierten Islamkonferenz sei nicht zugeschlagen, man habe aber „keine Bewegung“ gesehen. Der Generalsekretär betonte, er verstehe die Kirchen als seine Bündnispartner. Vor dort gebe es mehr Solidarität als noch vor Jahren.

Sozialpolitikerin: Religiöser Dialog war Vorreiter für politischen

Gabriele Erpenbeck von der Abteilung Integration im niedersächsischen Sozialministerium sagte, dass das politische Gespräch mit den Muslimen nicht so weit gediehen wäre, wenn der christlich-muslimische Dialog nicht den Vorlauf gegeben hätte. Auch Pfarrerin Annette Mehlhorn, Vorsitzende des Bendorfer Forums für ökumenische Begegnung und interreligiösen Dialog, stellte fest, dass das Thema Islam und Christentum viel selbstverständlicher geworden sei, auch auf Kirchentagen.

Mein ÖKT