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Damit Ihr Hoffnung habt

2. Ökumenischer Kirchentag

München 12.-16. Mai 2010

20 000 setzen Zeichen der Einheit

Mit einer orthodoxen Feier des Brotbrechens hat der Ökumenische Kirchentag (ÖKT) einen bewegenden Höhepunkt erlebt. Rund 20.000 Menschen nahmen am Freitagabend an dem rund zweistündigen Vespergottesdienst auf dem Münchner Odeonsplatz teil - und setzen so ein Zeichen der Einheit. Unter ihnen waren Bundesinnenminister Thomas des Maiziere und Bundesbildungsministerin Annette Schavan (beide CDU) sowie der Münchener katholische Erzbischof Reinhard Marx und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Nikolaus Schneider.

Speisen in Tradition der urchristlichen Agapefeiern

Im Rahmen des Gottesdienstes nahmen die Teilnehmer an 1.000 Tischen für jeweils rund zehn Personen Platz. Dort empfingen sie das Brot, das der griechisch-orthodoxe Metropolit von Deutschland, Augoustinos, zuvor gesegnet hatte. Anschließend verzehrten sie das Brot zusammen mit Öl und Äpfeln. Sie griffen damit eine Tradition der orthodoxen Kirchen auf, die an die urchristlichen Agapefeiern erinnert.

Sichtbares Zeichen des Wunsches nach Einheit

Der ÖKT entschloss sich zu der Feier, um auf die weiter ausstehende gemeinsame Eucharistie und Abendmahl hinzuweisen. Da es sich um keine sakramentale Feier handelte, konnte jeder daran teilnehmen.
Zum Abschluss der Feier sagte der katholische Präsident des ÖKT, Alois Glück, die Ökumene habe im Zeichen des Tisches ein neues Symbol erhalten. Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken äußerte auch seine „tiefe Dankbarkeit“ für die Feier. Der evangelische Präsident des ÖKT, Eckhard Nagel, sagte, die Tische seien ein sichtbares Zeichen des tiefen Wunsches nach Gemeinschaft. „Die Welt wird nach unserer Tischgemeinschaft nicht mehr so sein wie sie war“, fügte Nagel hinzu.
Augoustinos appellierte an die Teilnehmer, nach der Rückkehr in ihre Heimatorte auch ihre orthodoxen Nachbarn „ins Auge zu fassen und wenn möglich in ihr Herz zu schließen“. Unter dem Applaus seiner Zuhörer rief er: „Gott segne unsere Kirchen und schenke uns die Einheit“.