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Damit Ihr Hoffnung habt

2. Ökumenischer Kirchentag

München 12.-16. Mai 2010

Ökumenische Bewegung

von Dorothea Sattler/ Joachim Track

Streit und Zwiespalt gehören zur Geschichte der Christenheit von Anfang an. Diese Erfahrung hat die Kraft ihres Zeugnisses erheblich geschwächt. Daher ermahnt das Neue Testament vor allem in den paulinischen Schriften und im Johannesevangelium immer wieder zur Wahrung der Einheit, des Friedens und der ständigen Bereitschaft zur Versöhnung. Der gemeinsame Glaube an Jesus Christus, nicht jedoch die feindselige Auseinandersetzung zwischen den Gruppen und Parteiungen soll das christliche Zusammenleben in den Ortsgemeinden prägen. Zu den wichtigsten Texten der Heiligen Schrift, auf welche sich die ökumenische Bewegung stets berufen hat, gehören Epheser 4,1–6 und insbesondere Johannes 17,21.
Die Mahnung der Apostel an die Christen, Einheit zu wahren, blieb den Kirchen stets gegenwärtig. Die Erinnerung an die in Gott begründete Einheit der Glaubensgemeinschaft sowie an ihren Dienst der Verkündigung des Evangeliums in der Welt löste immer wieder Reformbewegungen aus und beflügelte die Suche nach der verbindenden Mitte des Glaubens. Manche Erneuerungsbemühungen führten freilich auch zu weiteren Spaltungen. Weitreichende Folgen hatten die Auseinandersetzungen um das Christusbekenntnis im vierten und fünften Jahrhundert mit der Eigenständigkeit der altorientalischen Kirchen; die Trennung der lateinischen Westkirche von der Orthodoxie nach der ersten Jahrtausendwende; die Reformation im 16. Jahrhundert sowie das Erste Vatikanische Konzil im Jahr 1870 mit der Gründung der Altkatholischen Kirche.
Mit den Bemühungen von römisch-katholischer Seite um Einheit mit den orthodoxen Kirchen seit Ende des 19. Jahrhunderts und im Zuge der innerreformatorischen Einigungsbemühungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts verdichtete sich die Einsicht, dass eine umfassende ökumenische Bewegung erforderlich sei. Zahlreiche ökumenische Institutionen entstanden, von denen der 1948 in Genf gegründete Ökumenische Rat der Kirchen besonders von Bedeutung ist. Die reformatorisch geprägten Bekenntnisgemeinschaften schlossen sich zu Weltbünden zusammen und nahmen Dialoge miteinander auf. Auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) formulierte die römisch-katholische Kirche ihre Wertschätzung der ökumenischen Bewegung und erklärte ihre Bereitschaft, sie mitzutragen. Die ökumenische Bewegung vollzieht sich gegenwärtig auf vielen Ebenen von jeweils unverzichtbarer Bedeutung – in Ortsgemeinden, theologischen Dialogen, kirchenoffiziellen Begegnungen, ökumenischen Initiativen und Gruppierungen.

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