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Damit Ihr Hoffnung habt

2. Ökumenischer Kirchentag

München 12.-16. Mai 2010

Kerstin Hensel: Erste Hoffnung

Die Hoffnung fährt schwarz
In der Stadtbahn im Überlandbus
Liegt sie auf der hintersten Bank
Hat alles bei sich was zum Leben
Sie braucht: ein Büßerhemd einen Stock auch Kreuze aller Couleur
Schwarz fährt die Hoffnung und weiß nicht
Wo steigt sie aus

Im Nachtdepot im Abgebrumm der Motoren
Blinzelt sie unkontrolliert und mit störrischen Fingern
Zeichnet sie in die Luft
Pläne, ermißt ihre Chance zu bezahlen
Endlich morgen vielleicht

Letzte Hoffnung

Ich hoff mir geht es gut so wird es bleiben
Kommt auch ein kleiner Gliederschmerz mir zu
Im steten Altern wechselnder Gezeiten
Ich hoff mir geht es gut ich werd nicht leiden
Und sollt ich leiden, bring ich selbst mir Ruh.

Ich hoff der Hut fliegt mir noch nicht vom Kopfe
Und wenn, so werde ich im Spiegel schauen:
Ein Weibsbild, schön vom Trotze aller Frauen.
Ich hoff Glück auf- und nicht mich abzubauen
Wenn auf mein blankes Schädeldach ich klopfe

Kerstin Hensel, geboren 1961 in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz), lebt in Berlin.

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