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Damit Ihr Hoffnung habt

2. Ökumenischer Kirchentag

München 12.-16. Mai 2010

André Schinkel: Für N.

Zwei Jahre bist du entfernt und von mir genommen,
Versteckt in den Kaninchenbauen der äuß’ren
Provinz, den Hügelketten über den künstlichen Seen,
Seitdem unsere Liebe sich furchtsam verlor.
Gehe du nur und ruhe dich aus in den Abgründen
Der Vernunft, den Hochwäldern der Zwänge –
Und lausche dem Werkeln des Mannes, der dich
Einst für seinen werkstättischen Schummer
Wieder verläßt – ... Ich hüte derweil die Küsse und
Blicke, den heiligen Stirnkuß der entkönigten
Zeit, auf dem Raniser Berg ... in den Nuraghen
Meiner Träume von dir. Ja, Vernunft und
Kinder, sagst du, oder schweigst du, und schlägst
Immer fernere Haken, die aus Hilflosigkeit
Sind und kraftvoll sein solln ... in den Zweigen
Der Zimmerlinde fleht deine Liebe nach mir,
Die mich, vor Tapferkeit flirrend, noch, in ein
Jammerndes Orkus-Tal zieht. Einmal, glaub mir, wirst
Du mich ansehn, und unsre Küsse werden gesalzener
Schmecken, aus Reife und Einsicht, und im
Ersten Gewitter unsrer sich straffenden Seelen
Ruhn deine Blicke auf mir – ... wie mit schweren
Daktylen sinkt dein Duft in mich ein, während
Du mich staunend beobachten mußt, im braungrünen
Abglanz der Schollen, in den Auhölzern unserer
Künftigen Zeit; wortlos, wenn ich dich mit Küssen
Bedecke – ... und du mich ansiehst: dein Augenlicht
Mit den Sperlingen meiner Texte besetzt.

André Schinkel, geboren 1972 in Eilenburg, lebt in Halle / Saale.

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