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Damit Ihr Hoffnung habt

2. Ökumenischer Kirchentag

München 12.-16. Mai 2010

Ron Winkler: die ideale Welt

es ging um die Samariter der Nächte, die den Tagen rote Himmel verpassen
wollten. um die, die sich mit Asphaltpuder bedeckt schlafen legten.
um Andromedakinder, die Gendarmerie hennagefärbter Frauen und die Vereinigung
der Kubateure. und so ging es auch um träumerische Unterwerfung
und Unterwürfigkeit. um Chili-Erde und Berührungsböden. um den Schnee
am Fuße des Schnees. wie es auch um das in Wasser enthaltene Wasser ging.
es ging darum, eine molekulare Heimat zu finden. und darum, für den Weg dorthin
atheistische Propheten anzufordern, sie und ihre schmackhaft bitteren Oblaten
aus Essenz. und sich vorzubereiten auf die Ankunft
in einer semantischen oder einfach nur echten Nova. darum im Wesentlichen
ging es. um das Beheben der Atlantis-Cluster in dir. um die mit den Bourbon-Jacken,
die im Halo der Dunkelheit auf den Lohn ihrer Arbeit an einem Harem für junge
Philosophien warteten. also auch um den Körper, als Sphäre (Fähre) von Zuversicht.
es ging um die Einrichtung eines Netzwerks von Ministerien für Offenheit,
so wie es beinahe immer um Kleekristalle ging. die Kleekristalle in deinen Händen,
die jeden Tag von deinen Händen zu deinen Händen wurden. um die Kleekristalle
auf den Friedhöfen der Hilfsfeen und Assistenztrolle, den Friedhöfen
mit ihren sandigen Fußwegen, Fußwesen. und es ging sehr auch um die wahrscheinlich
Subtilitätsingenieure, die Partituren in den Stahlbetonstahl flochten. dort, wo
es um eine Wohnsprache für unsere Leiber ging. um Gebäude, die rochen (beinahe
dufteten), als wären sie noch nicht gebaut. um unsere Stromkerne und das Gegengewicht
Mond mit seiner verfälschten Neil-Armstrong-Farbe in einem, so nahmen wir an,
entstellten Barbiegesicht. es ging darum, dass es darum ging. um das Darum. um das
Daran. das Davon. um das Glück in mobilen Großstädten, bewohnt von statischen Ichs.
worum es ging, waren aus unserer Perspektive auch (und auch aus unserer Perspektive)
sanft übersteuerte Wolken. oder Blüten, die wie Kirschen in Apfelbäumen hingen.
es ging um den Dschungel Zeit, der sich im Malewitschquadrat unseres Verstandes
allmählich verlor. und nicht minder ging es um die elegischen Tätowierungen
mittlerer Bankangestellter, die nicht verantwortlich waren für die Übelmaschine,
die sie bedienten. nicht minder auch um in Sichtbarkeit übergegangene Atome:
die Atome einer geliebten Hand. die Aromen einer geliebten Hand. die Blumen
in einer Hand, die zu dir gehörte, auch wenn sie nicht deine war. es ging
im weitesten Sinn beinahe darum, dass wir nicht mehr wussten, in welchem
Zusammenhang wir eigentlich von Lakoniknixen und Ikebanamobiliar
hatten sprechen wollen. sprechen konnten. hätten sprechen dürfen (wahrscheinlich
›sprechen‹). jeden Tag ging es um Wolken in Form von Wolken. um die Abschaffung
von Monoversitäten. um die richtige Mischung von Störgeistern und Geistesgestörten.
es ging darum, dass Zimmer nicht eingerichtet wurden wie für abgerichtete Bewohner.
es ging also um einen aktivischen Schwarm unabhängiger Engel, darum,
mit ihnen auf Wörtern Wellen zu schlagen, ohne den Rand der Wörter als Strand
zu verstehen.

Ron Winkler, geboren 1973 in Jena, lebt in Berlin.

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