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Damit Ihr Hoffnung habt

2. Ökumenischer Kirchentag

München 12.-16. Mai 2010

Agora-Gruppen treffen sich in München

Sie werden sich auf der Agora, dem "Marktplatz" des 2. Ökumenischen Kirchentages (2. ÖKT) mit ihren Projekten vorstellen: Initiativen, Gemeinden, Werke und Verbände aus ganz Deutschland. Über 350 Vertreter trafen sich am 21. November 2009 in München, um ihre Präsentation vorzubereiten und miteinander ins Gespräch zu kommen.

„Brauchen wir eine Kaffeemaschine?“ – „Wir könnten den Stand mit ein paar Grünpflanzen schmücken.“ – „Wo können wir denn beim ÖKT unser Auto abstellen?“ – „Ich freue mich schon richtig.“

Es sind einzelne Wortfetzen, die aus den Grüppchen herüberwehen. Leute stehen da zusammen; manche kennen sich schon, andere haben einander noch nie gesehen. Gut 500 Menschen sind am Samstag in der Technischen Universität in München zusammengekommen, aus ganz Deutschland, und sie verbindet das gleiche Ziel: Alle wollen sie beim Ökumenischen Kirchentag im Mai die Agora, den Marktplatz, mit ihren Ständen bestücken. In vier Hallen der Messe München werden insgesamt um die 1000 Gruppen, Verbände und Initiativen aus dem ganzen Land ihr Engagement vorstellen. Um sich vorzubereiten, organisatorische Fragen zu klären und sich einfach kennenzulernen, kamen sie nun in München zusammen.

Gruppen wollen bekannter werden

Wie Monika Hänelt und Mechthild Warnke, die aus der Region Nürnberg angereist sind. Sie vertreten die „Christliche Arbeitsgemeinschaft Tanz e.V.“. Nie gehört? Macht nichts, sagen die beiden, auch deswegen wollten sie sich schließlich beim ÖKT präsentieren. Um ihren Verein bekannter zu machen. Seit zehn Jahren bestehe dieser, erzählen sie, und habe das Ziel, den Tanz in die Liturgie zu bringen und ihn als Gebet zu begreifen. Etwa 180 Mitglieder gebe es in ganz Deutschland, aus beiden Konfessionen. Erst bei der Fahrt nach München, so berichtet Monika Hänelt, habe sie ihre Mitstreiterin Mechthild Warnke gefragt, ob sie eigentlich katholisch oder evangelisch sei. So wenig bedeutend sei das für ihr gemeinsames Engagement.

Bevor es an diesem Tag darum geht, wie der Stand montiert wird und wo es Parkplätze gibt, stimmt Kirchenmusiker Gerd Kötter die Teilnehmer musikalisch ein. „Solche Töne hat dieser Saal wahrscheinlich noch nie gehört“, sagt er im Audimax der TU und stimmt einen Kanon an. Generalsekretärin Dr. Ellen Überschär hält eine kurze Andacht und greift das Thema des ÖKT auf – „Damit ihr Hoffnung habt“. Die Hoffnung, die nie stirbt, sei fest gegründet im Glauben an den Auferweckten, sagt sie. Die Agora, so sagt sie nachher, sei einer der attraktivsten Bereiche auf dem ÖKT. Sie werde zeigen, wie vielfältig und dicht das Engagement der Basis sei.

Mitstreiter finden

Philipp Müller ist auch so einer, der sich engagiert. Der Sozialarbeiter ist für die Evangelische Studierendengemeinde aus Frankfurt gekommen, und er ist ein Kirchentagsprofi. Schon beim ersten ÖKT in Berlin war er mit seinen Studenten dabei, und in München werden sie wieder ihr indisches Dorf aufbauen. Die Kastendiskriminierung in Indien ist ihr Thema. Seit 1995 arbeiten sie schon an Projekten mit dem Land und gerade bereiten ein paar Studenten wieder etwas vor: Eine Alltagsrecherche soll das werden, erzählt Müller, multimedial umgesetzt in Ton und Bild. Im Februar dann werden die Frankfurter nach Indien reisen und die indischen Studenten wiederum zum Gegenbesuch auf den ÖKT kommen. „Da finden wir Mitstreiter“, erklärt Müller, warum seine ESG sich an der Agora beteiligen will.

Es gibt auch Teilnehmer, die man auf den ersten Blick nicht auf einem ÖKT vermuten möchte. Die BDA zum Beispiel, die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Tabea Kölbel vertritt die Vereinigung, die sich diesmal zusammen mit anderen Spitzenverbänden als Vertreter der gesamten deutschen Wirtschaft präsentieren will. „Wir wollen zeigen, dass die Wirtschaft versucht, Angebote zu schaffen“, erklärt Tabea Kölbel. Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise seien Themen wie Ethik und Nachhaltigkeit gefragt. Kontroversen Diskussionen wollen die Wirtschaftsvertreter beim ÖKT nicht aus dem Weg gehen. „Wir hoffen sogar, dass wir vielleicht im Kontext mit Gewerkschaften stehen“, sagt Kölbel. So können Besucher verschiedene Standpunkte kennenlernen.

"Die Agora ist das Herz des ÖKT"

„Es ist doch wunderbar, dass sich jetzt alle auf den Weg machen“, sagt Studienleiterin Silke Lechner zu Beginn des Agora-Treffens und tatsächlich herrscht Vorfreude. Sogar aus England ist einer angereist, der dort möglichst viele Besucher mobilisieren will. „Die Agora ist eine Art Herzstück des ÖKT“, sagt Silke Lechner. Viele Besucher nähmen sich extra Zeit für einen Besuch des Marktplatzes und erlebten dort die gesamte Bandbreite kirchlichen und gesellschaftlichen Engagements. „Die Vorfreude steigt“, sagt Tabea Kölbel. Und am Ende haben auch noch alle erfahren, wie sie ihre Stände dekorieren können und welche U-Bahn zur Neuen Messe fährt.

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