Leitwort

Das Leitwort des Ökumenischen Kirchentages

schaut hin (Mk 6,38)

Das Leitwort "schaut hin" (Mk 6,38) steht im Mittelpunkt des Ökumenischen Kirchentages. Es spannt damit inhaltlich den roten Faden über die Programmpunkte der Großveranstaltung in Frankfurt am Main. Es ist kein reines Zitat, sondern eine Interpretation des "geht hin und seht nach" aus der Geschichte der Speisung der 5.000 mit fünf Broten und zwei Fischen.

"'schaut hin' ist ein Appell – an uns alle", sagt die Präsidentin des Ökumenischen Kirchentages, Bettina Limperg, bei der Veröffentlichung im Oktober 2019. "Schauen ist mehr als sehen. Schauen nimmt wahr und geht nicht vorbei. Schauen bleibt stehen und übernimmt Verantwortung. Aktiv Verantwortung zu übernehmen, ist unser Auftrag als Christinnen und Christen."

'schaut' hin ist klein geschrieben, weil es sowohl als Imperativ als auch indikativ zu verstehen ist: Er/Sie/Es schaut hin, aber eben auch Gott schaut hin. Es ist mehr als ein Appell. Schließlich bezieht es sich auf eine biblische Geschichte, die sehr zentral Gottes Fürsorge in den Blick nimmt. Unsere Verheißung, aus der wir Mut, Kraft, Zuversicht und Hoffnung schöpfen. Das, was der Mensch als Mangel wahrnimmt, kann Gott zur Fülle weiten: Es ist genug.

Präsident Thomas Sternberg betont im Oktober 2019: "Mit dem Leitwort wollen wir die Botschaft setzen: 'Wir schauen nicht weg'. Wir nehmen die Sorgen und Bedrängnisse der Menschen ernst. Wir tun das in der Gewissheit, dass Gott nicht wegschaut."

Das Leitwort fordere auf, hinzuschauen. Handeln beginne mit Wahrnehmen von Leid und Sorge, von Schönheit und Glück. In diesem Sinne wolle der Ökumenische Kirchentag in Frankfurt in die Welt, auf die Sorgen und Ängste der Menschen schauen und mit ihnen gemeinsam nach Lösungen suchen.

"schaut hin"
Mk 6,38

Als Grundlage für die einzelnen Veranstaltungen des ÖKT, spannt sich das Leitwort quer über die vier Hauptthemenbereiche:

  • Glaube, Spiritualität, Kirche
  • Lebensräume, Lebenswelten, Zusammenleben
  • Schöpfung, Frieden, Weltgemeinschaft
  • Wirtschaft, Macht, Verantwortung

Immer geht es auch um Gerechtigkeitsfragen: Schutz, Teilhabe, Verteilung von Gütern, Verteilung von Rechten, Verantwortung. "schaut hin" ist aber genauso die Anfrage: Was übersehen wir? Wovor verschließen wir die Augen? Wo schauen wir weg? Die Botschaft des "schaut hin" beschränkt sich nicht auf das bloße Hinsehen, sondern fordert zum Perspektivwechsel und zum aktiven Handeln auf. Wir haben die Freiheit, Entscheidungen zu treffen und sind deshalb selbst verantwortlich, Änderungen herbeizuführen. Diese Verantwortung kann nicht leichtfertig an eine übergeordnete Institution oder Organisation abgeschoben werden. Jeder Mensch kann etwas bewirken.

Das Leitwort ermutigt daher: Glaubt an Euch, dann könnt Ihr etwas bewirken und verändern.

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